Kärntens Top-Ermittler Reinhold Wiedergut wurde wieder entsandt und nahm im Sommer auf dem Flughafen in Athen über zwei Monate Reisende mit Tickets nach Österreich genau unter die Lupe.
Eigentlich stand auf dem Dienstplan des Villacher Fahnders diesen Sommer ausnahmsweise einmal kein Auslandseinsatz auf dem Programm – aber der Topermittler zögerte nicht lange, als er aufgrund des Ausfalls eines Kollegen gefragt wurde, ob er einspringe und den griechischen Kollegen auf dem Flughafen Eleftherios Venizelos in Athen als sogenannter Dokumentenberater zur Seite stehen möchte.
Reinhold Wiedergut zählt beim Erkennen gefälschter Papiere zu DEN Topexperten Österreichs, und war schon in unzähligen Ländern rund um den Globus stationiert. „Unser Einsatzbefehl vor Ort lautet, die griechischen Kollegen bei der Erkennung von gefälschten Papieren zu helfen. Offiziell ausschließlich bei Passagieren, die an Bord von Flugzeugen in Richtung Österreich steigen. Aber wir werden aufgrund unseres Know-hows auch regelmäßig bei Verdächtigen zu Rate gezogen, die in andere Destinationen fliegen wollen“, so der Kärntner im Gespräch mit der „Krone“.
In Sandalen und weißen Tennissocken
Kollegialer Beistand vor Ort, der ganz im Sinne des Eigennutzens steht. Mit den Einsätzen von Beamten im Ausland will man Illegale stoppen, noch bevor sie österreichischen Boden unter den Füßen haben. Und die Einsatzorte in Griechenland sind vor allem während der Sommersaison nicht zufällig gewählt. „Viele Flüchtlinge versuchen den Massentourismus zu nutzen und sich in die Charterflieger zu schmuggeln“, weiß Reinhold Wiedergut.
Und die Flüchtlinge werden dabei immer kreativer. „Sie versuchen sich an das typische Bild eines Urlaubers anzupassen und reisen zum Beispiel in Sandalen, mit weißen Tennissocken – und oftmals mit Fotoapparat um den Hals.“ Andere wiederum würden sich als Geschäftsreisende tarnen – im feinen Zwirn, mit Hemd, Krawatte, schönen Schuhen und Trolley.
Verräterische Verkleidung
Besonders auffallend: „Anders als noch im Vorjahr versuchten heuer auffallend viele Flüchtlinge als arabische Touristen getarnt, gekleidet in den landestypischen Gewändern, in die Flugzeuge zu gelangen.“ In Anbetracht der Tatsache, dass sich arabisch-stämmige Passagiere mittlerweile für Reisen in die EU meist westlich kleiden, keine so schlaue Tarnung.
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