Die Wirtschaftskammer Burgenland kritisiert „negative Image-Kampagnen“ im Pflegebereich und fordert eine Entlastung der Mitarbeiter. Ziel müsse es sein, das Personal zu fördern und zu halten.
Laut der Interessensvertretung würden regelmäßig „Schauergeschichten“ aus dem Pflegebereich aufgetischt – etwa wenn es um vermeintliche Missstände bei den Arbeitsbedingungen beim Personal geht. „Damit wird der Branche, den vielen fleißigen Mitarbeitern und letztendlich der Gesellschaft einen Bärendienst erwiesen“, erklärt Franz Drescher, Fachgruppe der Gesundheitsbetriebe in der Wirtschaftskammer Burgenland.
Unsere Mitarbeiter sollen mit Freude zur Arbeit und im Alter gesund in ihre wohlverdiente Pension gehen können.

Franz Drescher, Fachgruppe Gesundheitsbetriebe
Bild: Catherine Stukhard Photography & Concept
In der Pflege zu arbeiten, bedeute viel Kraft – physisch wie auch psychisch. Umso bewundernswerter sei es, dass sich tausende Pflegekräfte mit sehr viel Wertschätzung rund um die Uhr um hilfsbedürftige Menschen kümmern. Um das weiter in hoher Qualität garantieren zu können, sei es unerlässlich, an einzelnen Rädchen zu drehen. Es gelte das Personal in der täglichen Arbeit zu entlasten, um es zu fördern und zu halten.
Entlastung ermöglichen
„Für viele ist es nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung, Menschen zu helfen, die im täglichen Leben auf Unterstützung angewiesen sind und würden dies auch gerne nach Pensionsantritt weitermachen“, sagt Drescher. Sie könnten flexibel einspringen und Mitarbeiter zu Spitzenzeiten entlasten. Das müsse aber entsprechend honoriert werden. Zugleich gelte es, dem Personal tagtäglich Entlastung zu ermöglichen. „Sei es mittels Gesundheitsförderung, wie Rückenfit-Kurse, mehr Prävention mit einer höheren Anzahl an Supervisionen, neuer Technologien sowie stabiler Dienst- und Urlaubsplanungen. Überstunden und Überlastung sollen vermieden werden“, so Drescher.
Steuerliche Anreize
Dafür müssten aber die Rahmenbedingungen stimmen. Die Einführung des Ganztagskindergartens sei ein guter Schritt, der vor allem Frauen im Alltag unterstütze. Interessant wäre es auch, steuerliche Anreize zu schaffen. Jede gewonnene Stunde eines Mitarbeiters sei für die zu betreuenden Bewohner kostbar. Die Entlastungswoche für das Pflegepersonal oder eine Vollzeitarbeitszeit von 37 Wochenstunden seien im SWÖ-Kollektivvertrag bereits umgesetzt. Nun gelte es, weitere Anreize zu schaffen, meint Drescher.
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