Der Linzer Bahnhof war am Dienstag nach einer Bombendrohung im Ausnahmezustand. Nun ermittelt der Staatsschutz wegen terroristischer Vereinigung und Landzwang - denn in der E-Mail an die Landespolizeidirektion stand „Allahu akbar“, ein islamistischer Kampfruf, wie ihn Attentäter gerne schreien, wenn sie Unschuldige massakrieren wollen.
„Allahu akbar“ – das heißt auf Arabisch „Gott ist überaus groß“. Diese muslimische Formel stand unter anderem in der Bombendrohung, die am Dienstag gegen 15 Uhr bei der Landespolizeidirektion in Linz per E-Mail eintraf. Von 15.30 bis 17.30 Uhr wurde der Linzer Hauptbahnhof, wie berichtet, total gesperrt und akribisch abgesucht.
Nun ermittelt das Landesamt Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) wegen des Verdachts der terroristischen Vereinigung und des Landzwangs. Auf terroristische Vereinigung § 278b StGB stehen bis zu zehn Jahre Haft, der Landzwang wird mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe geahndet.
60 Züge standen still
„Rund 60 Züge von Nah-, Fern- und Güterverkehr waren von der durch die Bombendrohung bedingten Sperre des Linzer Hauptbahnhofs betroffen. Sie wurden in St. Valentin, Wels, Linz-Ebelsberg und Pichling in Warteposition gestellt“, sagt Klaus Baumgartner, ÖBB-Pressesprecher für OÖ.
100 Busse und Straßenbahnen fielen aus
Die Linien in Linz waren ebenfalls stark betroffen: „Insgesamt kam es im abgesperrten Bereich zu rund 100 nicht möglichen Fahrten bei Straßenbahnen, Autobus und Obussen. Die meisten betrafen die Linien 1 und 2 mit jeweils mehr als 30 undurchführbaren Fahrten“, so Sprecherin Susanne Gillhofer.
Aber die Taxler waren im Stress
Auch bei den Taxi-Unternehmen wurde es stressig, wie Thomas Rosenauer von „Taxi 6969“ berichtet: „Wir haben 185 Wagen in Linz. Eine Stunde lang gab es eine sehr gute Auslastung. Allerdings wussten viele Anrufer nicht, an welcher Haltestelle sie genau standen.“
Manche fanden’s echt geil, was da am Mittwoch am Linzer Bahnhof ablief. Meine Kollegin Anna zeigte mir, was zu diesem Vorfall auf der Videoplattform TikTok gepostet wurde. Untermalt von kriegerisch-brünftigem Rapgesang wurde die Bombendrohung geradezu als „Event“ abgefeiert. Tja.
Was hingegen den Droher angeht, stellt sich eigentlich nur eine Frage: blöd, böse oder beides? Die Vermutung liegt nahe, dass die Leere zwischen den beiden Ohren von einer dicken Hose kompensiert werden soll. Bleibt nur die Hoffnung, dass die Polizei den Übeltäter ausfindig macht.
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