Die Verunreinigung des Klagenfurter Trinkwassers durch Enterokokken, die in erster Linie Harnwegsinfektionen auslösen können, sorgt bei Einwohnern und Pendlern nach wie vor für Unsicherheit. Die Stadt ist bemüht, das Problem so rasch wie möglich zu lösen und Ihre „Krone“ hält Sie am Laufenden!
Komplizierter als erwartet gestaltet sich die Suche nach der Verunreinigung im Klagenfurter Trinkwassernetz. „Eine neuerliche Beprobung des Trinkwassers hat gezeigt, dass die Quellen und Hochbehälter der Stadt sauber sind. Das Leitungsnetz weist aber weiterhin eine Verunreinigung durch die Bakterien auf“, erklärt Stadtwerke-Vorstand Erwin Smole.
Aufwändige Ursachensuche
Das bedeutet, dass nun das gesamte Leitungsnetz der Stadt abgesucht werden muss. Und dies sei wie eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Die Mitarbeiter der Klagenfurter Stadtwerke müssen jetzt sämtliche Baustellen sowie private Brunnenanlagen überprüfen. Es wird außerdem nach möglichen Undichtheiten gesucht, die möglicherweise zur Verschmutzung geführt haben.
Smole: „Gleichzeitig wird auch damit begonnen, das gesamte Netz durchzuspülen, um die Bakterien aus den Leitungen zu bekommen.“ Zu diesem Zweck wurden bereits Montagnachmittag Hydranten in Kanalnähe geöffnet, damit das Wasser ausfließen kann.
Die neuen Proben haben gezeigt, dass Quellen und Hochbehälter sauber sind. Die Verunreinigung ist im Leitungsnetz.
Erwin Smole, Vorstand Stadtwerke Klagenfurt
Eine neuerliche Probenentnahme soll dann Klarheit bringen. Die Auswertung dauert allerdings 48 Stunden und die Bevölkerung ist weiter angehalten, das Trinkwasser abzukochen. „Die Empfehlung ist, das Wasser in einem Topf mindestens drei Minuten lang abzukochen. Händewaschen, Zähneputzen, Duschen oder Baden sind mit Leitungswasser weiterhin unbedenklich“, erklärt Nadja Ladurner von der Klagenfurter Gesundheitsbehörde.
Die Gewinnungsanlagen in Rain, Straschitz und Zwirnawald mit ihren insgesamt 24 Brunnen liefern das Trinkwasser für die Stadt Klagenfurt. Pro Jahr werden auch aus dem Grundwasser etwa 8,5 Millionen Kubikmeter Wasser gefördert. Gespeichert wird es in elf Hochbehältern, wobei alleine der Hochbehälter am Spitalberg 25.000 Kubikmeter fasst. Das Wasserleitungsnetz umfasst eine Länge von 598 Kilometer. Für eine gleichmäßige Verteilung, auch in höhere Stockwerke, sorgen 21 Druckverstärker. Die Qualität wird streng kontrolliert. Jährlich gibt es 400 Untersuchungen!
Neben dem Klagenfurter Stadtgebiet ist auch die Gemeinde Magdalensberg zum Teil betroffen. Smole: „In Abstimmung mit den Behörden könnten aber schon bald einzelne Stadtteile wieder freigegeben werden.“
Kostenlose Wasserversorgung für Bürger
Weil es in einigen Supermärkten zu kurzfristigen Engpässen bei Mineralwasser gekommen ist, hat die Stadt Klagenfurt ebenfalls reagiert. So wurde die kostenlose Wasserversorgung verlängert und sogar ausgeweitet. Seit Montag wird auf dem Messegelände ebenfalls abgefülltes Mineralwasser ausgegeben. „Menschen, die nicht mobil sind, können sich auch an die Abteilung Soziales ( 0463/537 3755, Anm.) wenden und werden so versorgt“, sagt Bürgermeister Christian Scheider.
Kindergärten, Schulen und Altersheime werden ebenfalls mit Wasser beliefert. Je nach Bedarf kann die Aktion kurzfristig abermals verlängert werden. Bürgermeister Scheider: „Wir tun alles, um die Bevölkerung gut über die nächsten Tage zu bringen. Niemand muss in Klagenfurt ohne Trinkwasser auskommen. Wir hoffen, bald Entwarnung geben zu können.“
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