Er überfiel eine Tankstelle in Linz, brach einem Discobesucher mit Faustschlägen mehrere Knochen im Gesicht, demolierte ein Polizeiauto und besaß eine verbotene Waffe – dafür muss ein 28-Jähriger nun vier Jahre ins Gefängnis. Dabei habe er den Tankestellen-Kassier nur erschrecken wollen, gab der Angeklagte vor Gericht an.
Jeans, schwarzes T-Shirt, kantiges Gesicht, freundliches Auftreten: So nahm am Montag ein 28-jähriger Serbe im Linzer Landesgericht auf der Anklagebank Platz. Die Liste an Delikten, die ihm die Staatsanwaltschaft vorwirft, ist lange. Allen voran: schwerer Raub am 22. Juni in Linz.
Eine Nacht, zwei Versionen
In dieser Nacht, so der Vorwurf, soll der 28-Jährige eine Tankstelle überfallen haben, bewaffnet mit einem zehn bis 15 Zentimeter langen Messer. „Gib mir alles, was du in der Kasse hast, ich habe ein Messer“, habe der Mann dem Kassier zugerufen. Der griff geistesgegenwärtig zu Stanleymessern, schlug den Räuber so in die Flucht. Das ist die Version der Staatsanwaltschaft.
Der 28-Jährige behauptete hingegen vor Gericht: „Ich wollte den Tankstellen-Mitarbeiter in der Nacht erschrecken, weil er mich zwei Wochen zuvor einmal beschimpft hat. Ich war betrunken und unter Drogen, bin hineingegangen und habe gelacht. Im Affekt habe ich Geld gefordert.“ Tatsächlich zeigt eine Überwachungskamera in der Tankstelle den 28-Jährigen in der Tatnacht lachend. Zwei Tage danach stellte sich der Serbe selbst bei der Polizei: Er habe sein Fahndungsbild und Internet gesehen und dadurch den Ernst der Lage erkannt.
Ich war betrunken und unter Drogen, bin hineingegangen und habe gelacht. Im Affekt habe ich Geld gefordert.
Der 28-Jährige vor Gericht
Von der U-Haft ins Gefängnis
In seinen Ausführungen verstrickte sich der 28-Jährige allerdings mehrmals in Widersprüche. Wohl mit ein Grund dafür, dass er am Ende im Sinne der Anklage schuldig gesprochen wurde. Das Urteil von vier Jahren unbedingter Freiheitsstrafe ist bereits rechtskräftig.
Die anderen Anklagepunkte – zu ihnen zeigte sich der 28-Jährige auch geständig – waren ohnehin unstrittig: Im Februar hat er einen Discobesucher in Linz mit zwei Faustschlägen niedergestreckt, zudem Scheiben eines Lokals eingeschlagen und ein Polizeiauto durch Werfen eines Handys beschädigt. Außerdem besaß er illegal einen Schlagring.
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