Schlamm, Muren und Hochwasser: Kärntens Feuerwehrleute helfen seit Montag ihren Kollegen in Niederösterreich und packen beherzt in den Katastrophengebieten mit an.
Montag (um drei Uhr in der Früh) machten sich 250 Kärntner Feuerwehrmänner- und Frauen aus den KAT-Zügen der Bezirke Spittal, Wolfsberg und Völkermarkt auf den Weg. Ihr Ziel: das von Unwettern geplagte Niederösterreich.
„Mit 43 Fahrzeugen sind wir im Konvoi sechs Stunden unterwegs gewesen“, erzählen die Helfer nach der angespannten Fahrt im Gespräch mit der „Krone“. Während der Überstellung in die Katastrophengebiete verschlechtert sich das Wetter drastisch. „Es ist kalt, windig und es schüttet durchgehend!“, sagt Walter Egger, FF-Sprecher des Bezirks Spittal. „Wir versuchen, so gut es geht, durchzuhalten.“
Mit einem guten Gefühl sind wir nach Niederösterreich gefahren! Uns hat man auch nie im Stich gelassen.

Ali Striednig, Feuerwehr Mallnitz
Bild: FF Spittal
Das ist selbstverständlich, wenn man sich für die Feuerwehr entscheidet. Die Niederösterreicher waren auch für uns da!

Stefanie Kanzner, FF Spittal
Bild: FF Spittal
Die Feuerwehr ist eine große Familie. Es geht um Zusammenhalt. Brauchen wir Hilfe, sind die anderen Kameraden auch für uns da.

Josef Edlinger, FF Möllbrücke
Bild: FF Möllbrücke
Der KAT-Zug ist eine total wichtige Aufgabe! Für mich ist es eine Ehrensache, dabei zu sein und zu helfen.

Michael Lassnig, FF Seeboden
Bild: FF Spittal
Die Kärntner Helfer werden hauptsächlich in Stockerau und Klosterneuburg gebraucht, dort sind sie in mehreren Gruppen aufgeteilt, weil mehrere Schadstellen zu beseitigen sind. „Ein Damm droht, dort zu brechen. Ein Bach muss zurück in den Bachlauf gebracht werden. Ein Wasserauffangbecken im Bereich der Windräder muss ausgepumpt und Häuser und Keller müssen ausgeräumt und von den enormen Schlamm- und Wassermassen befreit werden.“ Die Arbeiten sind alles andere als ungefährlich. „Auch schwere Geräte müssen eingesetzt werden. Für Bewohner alleine wäre das hier lebensbedrohlich“, gibt Egger zu bedenken.
Stimmung kaum in Worte zu fassen
Die Stimmung vor Ort ist kaum in Worte zu fassen. „Es ist eine Verzweiflung in den Sätzen und Gesten der Bürger zu bemerken. Die Angst liegt ihnen im Nacken, denn es ist noch nicht vorbei“, erzählt ein anderer Feuerwehrmann. Trotz all dem sei auch die Dankbarkeit in den Augen der Betroffenen zu sehen. „Durch die Hilfe fühlen sie sich nicht alleine gelassen. Und das bestärkt uns in unserer Tätigkeit einmal mehr!“
Während die ersten Trupps abrücken, übernehmen am Dienstag die nächsten Katastrophen-Züge aus Kärnten – von Klagenfurt, Feldkirchen und St. Veit. Am Mittwoch ist ein Einsatz des KAT-Zuges 1 von Hermagor, Villach Stadt und Land geplant.
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