Molières „Eingebildeter Kranker“ hatte zum Finale des Eröffnungsreigens der neuen Burgdirektion von Stefan Bachmann im Akademietheater Premiere. Das Ergebnis fiel drastisch aus.
Um hier glücklich zu werden, muss man bei der Kölner Millowitsch-Bühne hospitiert oder wenigstens beim Rosenmontagszug „Alaaf“ gerufen haben. Deutscher Humor, wie ihn der Schweizer Bachmann in einer sprachraumübergreifenden Mühewaltung am Wiener Akademietheater freisetzt, ist jedenfalls speziell. Tatsächlich haben die über den Raum verteilten Lieblingsnachbarn vor Vergnügen gejohlt. Während unsereins das fade Auge mit strengen Anweisungen vom Zufallen abhalten musste.
Was ist passiert? Der neue Burg-Direktor hat sein gefeiertes Kölner Molière-Clownspiel mitgebracht, mit der eingesprungenen Originaltitelhypochonderin Rosa Enskat, denn Regina Fritsch ist real erkrankt. Die Überschreibung lässt vom Original nur das Gerüst. Sie attackiert dafür verdienstvoll, aber pointendefizitär den woken Theaterungeist und schwelgt unter reicher Heranziehung von Klistier und Dünnpfiff in der analen Phase. Unter den neu engagierten Schauspielern entwickelt am ehesten Paul Basonga als Tochter Angelique dämonisch destruktive Spiellust. An den Klassikern muss die sonst gut gestartete Direktion noch arbeiten.
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