Aufruhr in Italien
Gewalt gegen Ärzte: Polizei soll Kliniken schützen
In Italiens Spitälern geht die Angst nach einem enormen Anstieg von körperlicher und verbaler Gewalt gegen Ärzte und Pflegepersonal um. Die Forderung von Beschäftigten des Gesundheitswesens nach einem Einsatz von Polizei und Militär wird daher immer lauter.
Vergangene Woche musste sich in der süditalienischen Stadt Foggia ein Team von Ärzten und Krankenschwestern in einem Raum verbarrikadieren, um den wütenden Verwandten und Freunden einer jungen Frau zu entkommen, die während einer Operation gestorben war. Die Familie gab laut italienischen Medien dem Krankenhauspersonal die Schuld am Tod der 23-Jährigen. Ein Spitalsmitarbeiter sagte, die Klinik und die Justiz würden den Todesfall untersuchen.
Spital-Chef droht mit Schließung der Notaufnahme
Bilder, auf denen zu sehen ist, wie einige Mitarbeiter des Krankenhauses ein Sofa und eine Kommode schieben, um die Tür zu sichern, weil die wütenden Verwandten sie schlagen wollten, wurden in den sozialen Medien und auf Nachrichtenseiten verbreitet (siehe Video unten). In der Zwischenzeit kam es in demselben Spital zu zwei weiteren Attacken: Ein 18-jähriger Patient griff am späten Sonntag drei Krankenschwestern der Notaufnahme an, und der Sohn eines Patienten schlug am Montag zwei Krankenschwestern und einen Sicherheitsbeamten, wie Polizei und Personal mitteilten. Der Direktor des Krankenhauses drohte mit der Schließung der Notaufnahme.
Die Ereignisse in Foggia reihen sich ein in eine Serie von Gewalttaten gegen Angehörige der Gesundheitsberufe in Italien, die die nationale Ärztezunft dazu veranlasst hat, die Polizei zu rufen, um die Sicherheit des Krankenhauspersonals zu gewährleisten. Barbara Mangiacavalli, die Vorsitzende des nationalen Verbandes der Krankenschwestern, forderte den Einsatz von Militär und Polizei in den Spitälern. Der Forderung schloss sich auch Filippo Anelli, Präsident des italienischen Ärzteverbands, an.
Ministerium: 16.000 Angriffe im Vorjahr
Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gab es im vergangenen Jahr mehr als 16.000 Angriffe auf medizinisches Personal. Der italienische Gesundheitsminister Orazio Schillaci bezeichnete die jüngste Serie von Vorfällen als „beschämend“.








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