Vier Tote an US-Schule
FBI: Tat hat sich wohl bereits lange angedeutet
Ein 14-Jähriger hat an einer Schule im US-Bundesstaat Georgia das Feuer eröffnet und mindestens vier Menschen getötet - krone.at berichtete. Unter den Todesopfern sind zwei Schüler und zwei Lehrkräfte. Die Wahnsinnstat hat sich wohl bereits lange angedeutet – der jugendliche Schütze war der Polizei kein Unbekannter ...
Den Ermittlern zufolge handelt es sich bei dem Schützen um einen Schüler der Apalachee High School. Er sei in festgenommen worden und werde von der Polizei befragt. Zu einem möglichen Motiv machte die Polizei keine Angaben.
Mehrere anonyme Hinweise im Vorjahr
Laut einer Mitteilung der Bundespolizei FBI gab es bereits im vergangenen Jahr mehrere anonyme Hinweise auf einen möglichen Angriff. Konkret sei es um Online-Drohungen gegangen, die Fotos von Waffen enthielten und einen Schusswaffenangriff an einer Schule ankündigten, hieß es.
Der mutmaßliche Schütze und dessen Vater seien daraufhin vernommen worden. „Der Vater gab an, dass er Jagdwaffen im Haus habe, der Verdächtige aber keinen unbeaufsichtigten Zugang zu diesen Waffen habe.“
Der damals 13-Jährige habe bestritten, mit einer Attacke gedroht zu haben. Die örtlichen Schulen seien alarmiert worden, um den Jugendlichen weiter zu überwachen. „Zu diesem Zeitpunkt gab es keinen glaubhaften Grund für eine Verhaftung oder für weitere Strafverfolgungsmaßnahmen“, hieß es weiter.
Sheriff bezeichnet Tat als das „rein Böse“
„Ich möchte klarstellen, dass Hass in diesem Bezirk nicht die Oberhand gewinnen wird. (...) Die Liebe wird über das, was heute geschehen ist, siegen“, sagte der Sheriff von Barrow County, Jud Smith. Er bezeichnete die Tat, die sich am Mittwochmorgen (Ortszeit) ereignete, als das „reine Böse“.
Teenager wird des Mordes angeklagt
Ein Schulpolizist habe den 14-Jährigen gestellt. Der Jugendliche habe wohl befürchtet, dass es zu einem Schusswechsel kommen könnte, sich auf den Boden gelegt und aufgegeben. Weitere Polizeibeamte seien schnell vor Ort gewesen und hätten geholfen. Die Ermittler kündigten an, dass der 14-Jährige des Mordes angeklagt und wie ein Erwachsener behandelt werde.
„Er hat nie wirklich was gesagt“
Eine Klassenkameradin beschrieb den Jugendlichen als ruhig. „Er hat nie wirklich was gesagt“, sagte Lyela Sayarath dem US-Sender CNN. Außerdem habe er regelmäßig den Unterricht geschwänzt. Eine andere Schülerin schilderte: „Ich hörte Schreie und so.“ Sie habe sich zunächst nicht viel dabei gedacht, so Janice Martinez weiter. Aber dann sei der Lärm immer lauter geworden.
Die Schüler wurden nach und nach aus dem Schulgebäude evakuiert und an einem Sportplatz versammelt, wie US-Medien berichteten. Zunächst waren die Eltern aufgefordert worden, angesichts der Gefahr nicht zur Schule zu kommen. Die Schulen in dem Bezirk sollen bis Ende der Woche geschlossen bleiben, kündigte die zuständige Behörde an.
Keine Verbindung zwischen Schütze und Opfern
US-Medien hatten berichtet, dass es bereits am Morgen vor dem Angriff Drohanrufe gegeben habe. Die Ermittler bestätigten das auf Nachfrage nicht. Laut Sheriff Smith gibt es keine direkte persönliche Verbindung zwischen dem Schützen und den Opfern.
In den USA gehören tödliche Schüsse zum Alltag. Schusswaffen sind in den USA leicht erhältlich und im großen Stil im Umlauf. Größere Attacken dieser Art, etwa an Schulen, in Supermärkten, in Nachtclubs oder bei großen Veranstaltungen, führen regelmäßig zu Diskussionen über eine Verschärfung des Waffenrechts – bisher ohne jeden Erfolg.
Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Gun Violence Archive sind in den USA allein seit Beginn dieses Jahres rund 11.500 Menschen durch Schusswaffengewalt ums Leben gekommen – Suizide nicht eingerechnet.









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