Ein Südburgenländer drohte der Verwandtschaft mehrmals mit dem Umbringen, weil ihm die Erbschaft vorenthalten wurde. Der Mann wird in ein forensisch-therapeutisches Zentrum eingewiesen und sieht in der Therapie keinen Sinn.
Der 43-Jährige wirkte aufgebracht vor dem Schöffensenat am Landesgericht Eisenstadt. Mehrmals fiel er der Vorsitzenden lautstark ins Wort, herrschte sie an, das Thema zu wechseln. Er wolle einfach nur zu seinem Recht kommen, also auf die Bank gehen, die mehr als 100.000 Euro, die ihm zustünden, abheben und dann die Verwandtschaft nie mehr wieder sehen.
Polizei als Dauergast im Haus
Nachdem seine Mutter 2014 verstorben war, begannen psychische Probleme, die sich – unbehandelt – über die Jahre zu einer fortgeschrittenen manischen Psychose auswuchsen, wie Gerichtspsychiater Peter Hofmann diagnostizierte. „Er ist nicht zurechnungsfähig“. Der Südburgenländer zertrümmerte Möbel, bedrohte die Oma mit Abschlachten, den Onkel mit Erstechen, den Schwager mit Erschlagen. Verbal und via Facebook. Mehrmals kam es zu Handgreiflichkeiten, die Polizei war Dauergast.
Blutige Nummerntafeln
Weil der Mann 30.000 Euro seines Erbes binnen zwei Monaten verprasst haben soll, hatte sich die Familie geeinigt, den Rest seines Erbes vorerst anzulegen. „Das ist mein Geld, ich kann damit tun, was ich will.“ Etwa, wie er auf Facebook schrieb, einen Sportwagen kaufen und „den Onkel mit 300 km/h über den Haufen führen, dass die Nummerntafeln schön blutig sind“.
Der Schöffensenat sprach sich für eine Einweisung in ein forensisch-therapeutisches Zentrum aus. „Therapie bringt nichts“, so der ehemalige Berufssoldat, für den ein Erwachsenenvertreter gesucht wird. Das Urteil ist rechtskräftig.
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