Der Zustrom an Migranten war versiegt, Schleuserbanden machten seit Wochen um das Burgenland einen weiten Bogen. Doch jetzt ging es an der Grenze erneut Schlag auf Schlag. Gleich drei Schlepper wurden innerhalb weniger Minuten verhaftet.
Lange Zeit ist es an der Staatsgrenze zu Ungarn ruhig gewesen, was die illegale Migration betrifft. Die kürzeste Flüchtlingstour nach Deutschland, Frankreich oder Großbritannien führt zwar über das Burgenland, doch viele Schleuserbanden nehmen bereits seit Herbst 2023 einen gewaltigen Umweg in Kauf. Ihre verbotenen Routen gehen mittlerweile quer durch andere Staaten.
Drei Schlepper an Grenze
Das strenge Durchgreifen der Exekutive in Ländern wie Serbien, verstärkte Grenzkontrollen und gezielte Maßnahmen wie die Operation Fox haben deutliche Spuren hinterlassen. Kurzfristig war am vergangenen Wochenende die Situation aber wieder angespannt wie zu Spitzenzeiten der Zuwanderung. In einer vermutlich akkordierten Aktion haben Samstag gegen 19 Uhr drei Schlepper fast zeitgleich die Grenze im Raum Kittsee durchbrochen.
Endstation für Täter
Ein Täter aus der Ukraine war mit fünf Flüchtlingen im Auto unterwegs. Ein Landsmann saß am Steuer eines Pkw mit vier Migranten als Insassen. Beide Komplizen einer Schleuserbande konnten auf der A6 von der Polizei gestoppt werden. Ein weiterer Schlepper aus Albanien hatte vier Flüchtlinge nach Österreich chauffiert. Für ihn war ganz in der Nähe auf der Landesstraße Endstation.
Es ging Schlag auf Schlag. Alle Zugriffe erfolgten innerhalb von nur zehn Minuten.
Ein Insider
13 Migranten betreut
Nach der Festnahme der Täter mussten insgesamt 13 Flüchtlinge betreut und registriert werden. „Sie stammen aus Syrien, der Türkei und dem Iran. Bei einigen handelt es sich um Kurden“, wurde mitgeteilt. Die Schlepper sind nach der Einvernahme in die Justizanstalt eingeliefert worden.
Zuletzt hatte die Polizei einen größeren Zugriff in der ersten Juli-Woche zu vermelden. In diesen sieben Tagen wurden ein Schleuser und elf Flüchtlinge angehalten. Zu diesem Zeitpunkt lautete die vorläufige Bilanz der Grenzeinsätze für 2024 im Burgenland: fünf Schlepper-Festnahmen und 315 Aufgriffe von Flüchtlingen.
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