Risiko für Biker hoch

Hitze: Unfallgefahr mit Personenschaden steigt

Österreich
10.07.2024 12:01

Enorme Hitze schlägt sich auf die Konzentration – das ist offenbar auch beim Autofahren der Fall. Wie eine neue Untersuchung der Statistik Austria zeigt, ist an Tagen über 30 Grad das Risiko eines Verkehrsunfalles mit Personenschaden deutlich höher als an Tagen mit Temperaturen unter 30 Grad. Besonders für Lenker einspuriger Kraftfahrzeuge wie Motorräder und Mopeds ist das Risiko hoch.

In der Untersuchung wurden die Unfallstatistiken des Vorjahres mit Daten der Geosphere Austria abgeglichen. Mit 139 im Straßenverkehr Getöteten im Zeitraum Juni bis August gab es laut Statistik Austria 2023 die zweithöchste Zahl an Verkehrstoten seit dem Sommer 2016, wobei besonders die Monate Juni und August 2023 mit je 47 tödlich Verunglückten auffielen.

„Auch im Jahr 2023 waren die Sommermonate im Straßenverkehr besonders gefährlich. Vor allem an Hitzetagen war die Zahl der Straßenverkehrsunfälle deutlich erhöht“, sagte Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Über 30 Grad durchschnittlich 20 Unfälle mehr pro Tag
Zwischen Juni und August 2023 ereigneten sich in Österreich 12.097 Verkehrsunfälle mit Personenschaden. Das sind im Durchschnitt 131 Unfälle pro Tag. Es gab aber deutliche Unterschiede zwischen Hitzetagen und Nicht-Hitzetagen. So ereigneten sich an einem Tag mit einer Temperatur von 30 Grad Celsius oder darüber im Durchschnitt 145 Unfälle, an einem weniger heißen Tag 125.

(Bild: BM.I Referat II)

Die meisten Hitzetage in Wien und Innsbruck
Das zog sich quer durch alle neun Bundesländern: Die meisten Hitzetage wurden in Wien (2023: 37 Hitzetage) und Innsbruck (35) gemessen, die wenigsten in Bregenz und Graz mit je 20. Besonders auffällig waren dabei die Werte von Tirol, wo sich an Nicht-Hitzetagen im Durchschnitt 15 Unfälle pro Tag ereigneten, an Hitzetagen hingegen 20 (plus 33 Prozent). Im Burgenland wurde bei der deutlich geringeren Absolutzahl von im Schnitt vier Unfällen an Hitzetagen mit einem Plus von 35 Prozent der größte prozentuelle Unterschied registriert.

Wie bereits in den Vorjahren war auch 2023 der Juni der Monat mit den meisten Verkehrsunfällen mit Personenschaden. Jeder achte Unfall ereignete sich 2023 im Juni und damit mehr als zweieinhalb Mal so viele wie im Februar, dem Monat mit den wenigsten Unglücken.

Einen wesentlichen Einfluss auf die Unfallzahlen hatten im Sommer 2023 – so wie in den Vorjahren – die Unfälle mit einspurigen Krafträdern, also Motorrädern und Mopeds. So waren in den Sommermonaten 40 Prozent aller tödlich verunglückten Personen mit Motorrädern oder Mopeds unterwegs (55). Im Vergleich dazu kamen in den verbliebenen Monaten (Jänner bis Mai bzw. September bis Dezember) 14 Prozent aller getöteten Unfallopfer mit einspurigen Krafträdern ums Leben.

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