An nahezu allen Mittelschulen in Oberösterreich fehlen Pädagogen. Die SPÖ fordert Maßnahmen, um die Vorhandenen länger im Job zu halten, denn laut einer Auswertung der Pensionierungen könnten drei von vier Lehrern länger in der Klasse stehen – und sollten sogar.
Sorgenvoll blickt Bildungsreferentin Christine Haberlander (ÖVP) laut eigenen Angaben angesichts des virulenten Lehrermangels in OÖ in die Zukunft. In nahezu allen Fächern gibt es in heimischen Mittelschulen zu wenige Pädagogen, wie kürzlich aus Haberlanders Beantwortung einer SPÖ-Landtagsanfrage hervorging. So fehlten etwa im vergangenen Jahr 221 Sportlehrer, also de facto in jeder der 217 Mittelschulen einer.
„Maßnahmen müssen her“
Der roten Bildungssprecherin Doris Margreiter ist der sorgenvolle Blick der zuständigen LH-Stellvertreterin zu wenig. Sie fordert konkrete Maßnahmen und formuliert das kommenden Donnerstag in einer mündlichen Anfrage im Landtag. Margreiter konzentriert sich darauf, dass dem Land zahlreiche Lehrer abhanden kommen, die schon vor dem eigentlichen Pensionsalter aufhören. Laut aktuellem Rechnungshofbericht gingen im Vorjahr 375 von 484 „Ruhebezugsempfängern“ vorzeitig mit finanziellen Abschlägen in Pension – das sind 77 Prozent. Nur 68 (14%) traten regulär den Ruhestand an, der Rest schied wegen Dienstunfähigkeit aus.
Mangelfächer in OÖ auf Studienplan
Margreiter will wissen, was Haberlander plant, „um zur Bewältigung des Lehrermangels die Lehrer zu motivieren, länger im Beruf zu bleiben“. Eine mögliche Antwort hat die SP-Politikerin gleich selbst parat: Die größten Mangelfächer sollten „endlich auch in Oberösterreich studiert werden können“ – wie eben zum Beispiel Sport, für das angehende Junglehrer derzeit nach Salzburg „zwangspendeln“ müssten.
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