Ermittlungen laufen

Nach Sturmgewehr-Diebstahl: Droht jetzt Gefahr?

Kärnten
22.06.2024 18:45

Zwei StG 77 des Bundesheeres sind vermutlich in unbefugten Händen. Was könnte das Motiv für die Tat gewesen sein?

Nachdem bei einer Übung aus einem in Althofen abgestellten Bundesheer-Laster zwei Sturmgewehre 77 gestohlen worden war, wie die „Kärntner Krone“ berichtete, laufen die Ermittlungen des Landeskriminalamtes auf Hochtouren. Da es sich um echte Waffen handelt, stellt sich auch die Frage: Was haben die Diebe vor? Droht Gefahr?

Handelt es sich um eine Mutprobe?
Mögliche Motive für den Einbruchsdiebstahl von zwei StG 77, einem leeren Magazin, einem Magazin mit Übungsmunition, einem Funkgerät, einer Überwurfjacke und einer Leuchtpistole gibt es einige. Womöglich war die Tat eine Mutprobe unter jungen Leuten: Wer traut sich, ein Bundesheer-Fahrzeug aufzubrechen und Waffen zu stehlen? Vielleicht sind die Täter sogar in den Reihen des Heeres zu suchen.

Bei der Großübung „Schutzschild 24“ wurde in den vergangenen Tagen auch am Flughafen Klagenfurt trainiert. (Bild: Bundesheer/Martin Eiper)
Bei der Großübung „Schutzschild 24“ wurde in den vergangenen Tagen auch am Flughafen Klagenfurt trainiert.

Ware für den Schwarzmarkt?
Könnten die Diebe versuchen, die Waffen zu verkaufen? Die nur halbautomatische zivile Bauart der Waffe kostet um die 3000 Euro. Ob man am Privatmarkt mit solch einem Sturmgewehr ein Geschäft machen, ist der Polizei nicht bekannt – es darf aber bezweifelt werden, dass jemand ein StG 77 haben will, denn damit kann man nicht auf einen Schießstand gehen.

„Jede unserer Waffen ist registriert. Man kann aufgrund der Waffe die Einsatzstelle, an der sie ausgegeben wurde, und den Namen des Soldaten ausfindig machen“, so Hauptmann Christoph Hofmeister vom Militärkommando Kärnten. Munition wäre übrigens recht einfach zu kaufen.

Amoklauf? Terroranschlag?
Könnte jemand mit den Gewehren einen Amoklauf planen? Oder einen Terroranschlag? „Einen Bezug zu Terror hat dieser bedauerliche Vorfall höchstwahrscheinlich nicht. Diese Gruppierungen – egal welche extremistische Ausrichtung – versuchen im Vorfeld, bei der Planung möglicher Aktionen so wenig Aufmerksamkeit wie nur möglich zu erregen. Da würden sie wohl kaum bei einer derartigen, medial bekannten Großübung einen Einbruchsdiebstahl wagen. Zumal derartige Gruppierungen viel einfacher und ohne Aufsehen zu Waffen kommen könnten“, so ein Ermittlerexperte in Sachen internationalem Waffenhandel zur „Krone“. „Auch wenn ich keine Details zu dem Fall kenne, es könnte eine Insider-Tat sein, ausgeführt von Tätern, die die Gegebenheiten kannten.“

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