Kaum Fische

Die Bodensee-Fischerei ist am Tiefpunkt

Vorarlberg
21.06.2024 15:45
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Der Klimawandel, das „zu saubere“ Wasser und invasive Arten wie Quaggamuschel und Stichling setzen den Fischen im Bodensee zu, der Fangertrag ist folglich erneut gesunken.

Ach, was waren das für Zeiten, als man einfach nur eine Angelschnur mit einer Made ins Wasser halten musste und schon zappelte ein Egli am Haken! Ganz zu schweigen von den riesigen Felchenschwärmen, welche die Netze der Berufsfischer fast platzen ließen. Von einem derartigen Fischreichtum kann schon seit Langem keine Rede mehr sein, wobei das Jahr 2023 einen absoluten Tiefpunkt darstellte: Auf gerade einmal 133 Tonnen Ertrag brachten es die 61 Berufsfischerinnen und -fischer am Bodensee, damit lag man meilenweit unter dem Durchschnitt der ohnehin schon mageren Vorjahre (318 Tonnen). Barsche, also Egli, bildeten mit 38 Tonnen den größten Anteil, gefolgt von Hechten mit 16 Tonnen. Weißfische wie Rotaugen, Karpfen und Schleien, machten 46 Tonnen aus. Gerade Rotaugen, die bekanntlich auch die mittlerweile berüchtigten Quaggamuscheln fressen, gewinnen trotz ihrer vielen Gräte zunehmend wirtschaftlich an Bedeutung.

Und was ist mit dem Felchen, dem einstigen „Brotfisch“ der Berufsfischer? Diese verschwinden zusehends, gerade einmal 10 Tonnen wurden 2023 an Land gezogen. Und seit 1. Jänner 2024 dürfen ohnehin kein Felchen mehr gefangen werden, das Moratorium gilt für drei Jahre.

Zu sauber, zu warm, zu viele Invasoren

Die Gründe für das Verschwinden der Felchen sind vielfältig: Das Wasser ist für diese planktonfressende Fischart quasi „zu sauber“, dazu kommen ein durch den Klimawandel verändertes Ökosystem und invasive Arten. Zu Letzteren zählen vor allem die bereits erwähnte Quagga-Muschel, welche bei der Nahrungsaufnahme wie ein Filter das Wasser zusätzlich säubert, und der sich rasant vermehrende Stichling. Weil Stichlinge junge Felchen fressen, wurde Ende 2023 die Besatzstrategie angepasst, mittlerweile werden nur noch größere Jungfische ausgesetzt. Mittels zweier Pilotprojekte, die von der Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF) lanciert wurden, soll nun getestet werden, inwieweit die Stichlinge gefangen bzw. verwertet werden können.

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