Die erste große Wahl des Superwahljahrs ist geschlagen. Die FPÖ ist der große Gewinner, die ÖVP hat heftig verloren – auf Bundesebene. In Wien sieht das Ergebnis etwas anders aus. So interpretieren die Parteien das Ergebnis.
Die EU-Wahl ist geschlagen. Über 1,1 Millionen Menschen waren in Wien wahlberechtigt. Die Wahl wird auch Auswirkungen auf Wien haben. Denn, wie berichtet, profitiert die Bundeshauptstadt in vielen Bereichen von EU-Förderungen.
Außerdem ist in keiner anderen Stadt Österreichs die Dichte an EU-Ausländern größer. Sie werden ganz genau hinsehen, wie Wien gewählt hat. Doch wie sieht Wiens Politik das Ergebnis? Die „Krone“ hat bei den Parteien nachgefragt.
Mit knapp 30 Prozent der Stimmen sichert sich die SPÖ bei der Europawahl 2024 in Wien eindeutig den ersten Platz. Wir haben außerdem den Abstand zur zweitstärksten Partei vergrößert – ein gutes Ergebnis für die Sozialdemokratie in Wien.

Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ)
Bild: APA/FLORIAN WIESER
Harald Vilimsky ist heute zu diesem überragenden Ergebnis zu gratulieren! Es zeigt, dass die FPÖ sowohl auf EU- als auch auf Bundesebene auf dem richtigen Weg ist! Den Menschen reicht es mit der Kriegstreiberei der EU, den offenen Grenzen, deren Auswirkungen wir vor allem in Wien tagtäglich zu spüren bekommen und der überbordenden Regulationswut, während das Einkommen kaum mehr zum Auskommen reicht. Harald Vilimsky hat diesem System die erste Absage erteilt, Herbert Kickl wird im Herbst das nächste starke Zeichen setzen!
FPÖ-Wien-Chef Dominik Nepp
Wir sind stärker als uns alle Umfragen zugetraut haben. Den vorhergesagten Rückstand haben wir im Wahlkampf mehr als aufgeholt. Und wir werden jetzt darum kämpfen, den mehr als knappen Abstand zur FPÖ für die alles entscheidende Nationalratswahl aufzuholen. Ab sofort startet das Duell um Platz 1, damit Karl Nehammer unser Bundeskanzler bleibt.
ÖVP-Landesparteiobmann Karl Mahrer
Unser Ziel war es in diesem proeuropäischen Wahlkampf ein zweites Mandat zu gewinnen. Die EU-Wahl zeigt, dass unsere klare proeuropäische Haltung gestärkt wurde, und gibt uns Rückenwind für unsere Reformarbeit in Wien.
Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (Neos)
Wir sehen mit der FPÖ eine Partei mit rechtsextremer Agenda vorne. Dieser Rechtsruck ist ein Weckruf für uns alle. Wir Grüne haben angesichts der schwierigen Themenlage in Österreich, aber auch in ganz Europa ein respektables Ergebnis erzielt. Mit zwei Mandaten im Europäischen Parlament werden wir für Klimaschutz und den Schutz unserer Demokratie kämpfen. Denn all das wird von den Rechten in ganz Europa angegriffen. Wien ist eine Stadt mit deutlicher progressiver Mehrheit. Diese gilt es auch und besonders für die kommenden Wahlen zu stärken und auszubauen.

Grüne Wien-Parteivorsitzender Peter Kraus
Bild: Grüne Wien
Erste Schnellanalyse
Bis in die Nacht zog sich der Wahlabend. Das Ergebnis stand erst um 23 Uhr fest. Ein Blick auf Wien zeigt. Die SPÖ hat in der Bundeshauptstadt nur wenig verloren (-0,53 Prozent). Große Gewinner sind die FPÖ (+4,20 Prozent) und die Neos (+3,01 Prozent). Grüne (-3,29 Prozent) und ÖVP (-7.08 Prozent) gehören zu den Verlieren.
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