Branche im Wandel

Bank tauscht jetzt den Geldsafe gegen Kühlschrank

Oberösterreich
16.06.2024 14:00

Fast alle Bankgeschäfte erledigen die Kunden heute digital oder am Automaten. Die Folge: Filialen werden zusammengelegt, das stationäre Angebot reduziert. In den Standorten, die bleiben, rückt der Fokus auf Beratungszonen und Atmosphäre. Wie die Banken in Oberösterreich den Wandel erleben und vollziehen, lesen Sie hier.

„Wir wollen unseren Kunden und Kollegen ermöglichen, die Herbstferien mit der Familie zu verbringen.“ So begründete Stefanie Christina Huber, warum die von ihr geführte Sparkasse OÖ den Weltspartag auf den 24. Oktober vorverlegt und damit mit einer Tradition bricht, die seit mehr als 100 Jahren fix mit dem letzten Tag im Oktober verankert war.

So viel Geld haben wir im Börserl

102 Euro hat der Österreicher durchschnittlich an Bargeld in der Geldbörse bei sich. Diese Zahl stieg zuletzt an, was mit der Inflation erklärt wird. Bei 77 Prozent der Zahlungen unter 10 Euro greifen Konsumenten zum Bargeld, bei höheren Beträgen wird die Karte gezückt.

„Gut“, denken sich die einen. Anderen ist der Schritt dagegen völlig egal, weil sie ohnehin selten bis nie eine Bankfiliale betreten und daher auch der Weltspartag für sie nebensächlich ist. Denn Online-Banking ist heute nicht mehr wegzudenken: Kunden erledigen fast alle Bankgeschäfte digital oder an einem Automaten – Geld einzahlen, abheben, überweisen, Kontoauszug ausdrucken.

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Im Schnitt gehen Kunden dreimal pro Monat zum Bankomat, um Geld abzuheben. Allgemein ist diese Zahl rückläufig. Wir merken auch sehr, sehr stark, dass die reinen Barauszahlungen an den Bankschaltern zurückgehen, während bargeldloses Bezahlen zunimmt.

(Bild: Dostal Harald)

Michaela Keplinger-Mitterlehner, Obfrau der Sparte Bank & Versi- cherung in der WK OÖ

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Von knapp 6,2 Millionen Zahlungsverkehrtransaktionen zählte die Hypo OÖ im Vorjahr etwa nur noch 21.000, die auf manuellem Weg passierten. Bei Raiffeisen OÖ wurden 2023 mehr als 98 Prozent der Transaktionen digital abgewickelt. „Die Kunden erledigen ihre Bankgeschäfte über ihren Laptop, viele in der Zwischenzeit über das Handy“, bestätigt Raiffeisenlandesbank-Generaldirektor Heinrich Schaller.

„Beratungsunternehmen und IT-Dienstleister“
„Wir sind im Endeffekt ein Beratungsunternehmen und ein IT-Dienstleister“, beschreibt es VKB-Generaldirektor Markus Auer. „Es gibt eine unglaubliche Sehnsucht nach einer Ansprechperson, die sich um Anliegen kümmert und Zeit hat“, erzählt Oberbank-Generaldirektor Franz Gasselsberger.

„Arbeitsplätze verändern sich“
Die Folge: Die Filialen, die bleiben, werden umgebaut, der klassische Bankschalter verschwindet. „Die Arbeitsplätze verändern sich“, sagt Hypo-OÖ-Vorstandschef Klaus Kumpfmüller. Auer spricht von einer Atmosphäre, die geschaffen wird: „Statten wir eine Filiale neu aus, ist dort, wo vorher der Schaltersafe war, jetzt der Kühlschrank, damit wir für Beratungsgespräche Getränke anbieten können.“

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