Ihr Gehör ist untrüglich, ihr Geschmack fußt auf einer profunden Expertise: Anna Mika ist die wohl renommierteste Musikjournalistin des Landes. Robert Schneider hat sie interviewt.
Seit Jahrzehnten bereichert die Musikjournalistin Anna Mika die Kulturszene in Vorarlberg mit ihren Kritiken, die durch hohe Sachkompetenz und Hingabe an die Materie der Musik bestechen. Dabei stand ihr der Weg zur Musik nicht von vorneherein offen. Sie musste hart darum kämpfen, denn der Vater, ein Gartenmeister in Weihenstephan, wollte, dass seine Tochter Chemielaborantin wird, und die Mutter „suggerierte mir einen medizinischen Beruf, damit ich mal einen Arzt heiraten könnte“, erzählt Anna Mika. „Ich bin dann Diplombibliothekarin geworden. Aber was diese Zeit damals prägte“ fährt sie fort, „verstehe ich erst in den letzten Jahren so richtig. Die Generation meiner Eltern war noch viel zu sehr beeinflusst vom Nationalsozialismus und seinem autoritären Geist. Meine Eltern waren bestimmt keine Nazis, sie waren politisch eher rot gefärbt, aber dennoch war ihr Erziehungsstil von dieser Zeit geprägt. Insbesondere die Geschlechterrollen waren festgelegt, also ein Mann hatte in einer Familie das Sagen, und die Frauen hatten zu kuschen.“ Dennoch hat sie sich das Musikalische, das ihr bereits als junger Mensch immer wichtiger geworden ist, nicht austreiben lassen.
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