Mo, 25. Juni 2018

Konkurs angemeldet

19.10.2012 10:14

GAK zum vierten Mal in fünf Jahren insolvent

Der Grazer Traditionsfußballklub GAK hat am Freitag beim Handelsgericht Graz zum bereits vierten Mal seit 2007 Insolvenz angemeldet. Der Antrag wurde von der GAK-Präsidiumsetage rund um Präsident Benedikt Bittmann selbst eingereicht, teilten die Kreditschützer AKV und KSV mit. Die Weiterführungschancen des Vereins werden als gering erachtet.

"Leider hat sich seit der Generalversammlung am Montag keine Veränderung der Situation ergeben, und so hat Präsident Bittmann wie angekündigt Konkurs angemeldet. Man kann die laufenden Kosten nicht mehr bedienen und so hat man nach Rücksprache mit den juristischen Beratern den Insolvenzantrag eingereicht", heißt es auf der Website des Vereins.

Präsident Bittmann, dessen Rücktritt (Bericht in der Infobox) bei der Generalversammlung am vergangenen Montag nicht angenommen worden war, hatte die Prüfung eines Insolvenzantrags angekündigt. Dieser wurde aber vorerst nicht gestellt und ein Sanierungsgremium eingesetzt.

Als Insolvenzverwalter wurde Norbert Scherbaum bestellt, der schon den Zwangsausgleich von Sturm Graz und die drei vorherigen Konkursverfahren des GAK betreut hatte. Die Gläubigerversammlung ist für 30. Oktober beim Grazer Landesgericht für Zivilrechtssachen angesetzt, die Prüfungs- und Berichtstagsatzung findet am 18. Dezember statt.

Verein hat hohe Schulden
Die Überschuldung laut Statusbericht nimmt sich zwar mit rund 200.000 Euro gering aus, es gibt aber zusätzliche Verbindlichkeiten für Mieten und Löhne von insgesamt rund 350.000 Euro sowie alte Finanz- und Kommunalsteuerschulden in der Höhe von rund 2,15 Millionen Euro.

Das erste Konkursverfahren war im März 2007 mit 20 Millionen Euro an Passiva eröffnet worden und sah nach einem Zwangsausgleich eine Quote von 20 Prozent vor. Weil dies nicht erfüllt werden konnte, folgte im November 2007 der zweite Konkurs, wieder mit 20-prozentiger Quote, die im Oktober 2008 erfüllt wurde.

Das dritte Verfahren folgte schließlich im Oktober 2009 und endete mit einem weiteren Zwangsausgleich im Juli 2010, abermals mit einer 20-prozentigen Barquote.

Strafrechtliche Ermittlungen
Gegen mehrere Führungsmitglieder des Vereins laufen zudem strafrechtlich Ermittlungen, u.a. wegen des Verdachts von Schwarzgeldzahlungen bzw. wegen Abgabenhinterziehung. Der Prozess wird frühestens für Mitte 2014 erwartet.

Der frühere Cupsieger und österreichische Meister spielt derzeit in der Regionalliga.

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