Schwere Vorwürfe gegen 29-jährigen Flüchtling: Er soll seine Frau und die achtjährige Tochter brutal misshandelt haben. Der Angeklagte betritt die Vorwürfe, am Ende stand aber dennoch ein Schuldspruch.
Nötigung, gefährliche Drohung und schwere Körperverletzung wirft die Staatsanwaltschaft Feldkirch dem bislang Unbescholtenen vor. Im Zeitraum Oktober 2022 bis Frühling 2023 soll der im Montafon wohnhafte Konventionsflüchtling immer wieder gegen seine Frau und das gemeinsame Kind gewalttätig geworden sein. Was der Angeklagte im Prozess am Freitag allerdings bestreitet: Von den zehn Jahren Ehe seien nur die letzten beiden nicht gut gelaufen, so der Syrer. Und mit „nicht gut gelaufen“ meint er die Beziehung seiner Frau zu einem anderen Mann. „Ich kam alleine nach Österreich. Es war geplant, dass sie und die Kleine nachkommen. Doch meine Frau hat sich nicht an die Abmachung gehalten“, fasst der 29-Jährige die Situation zusammen. „Daraufhin haben wir beide den Entschluss gefasst, uns scheiden zu lassen“, ergänzt er und betont, weder seine Frau noch das gemeinsame Kind jemals geschlagen zu haben.
Beweise sprechen eine andere Sprache
Eine reine Schutzbehauptung, wie sich im Zuge der Verhandlung herausstellen sollte: Zum einen gibt es Bildmaterial, auf dem die Hämatome an den Körpern der beiden Opfer dokumentiert sind. Auch die bei der Polizei gemachten Schilderungen von Mutter und Tochter sind für Richterin Silke Sandholzer am Ende glaubwürdig. Mehrmals soll der Mann die Noch-Gattin gewürgt, geschlagen und mit Füßen getreten haben – was das Kind als Augenzeugin bestätigt. Weiters sei auch die Achtjährige von ihrem Vater körperlich misshandelt worden.
Die Frau Rat spricht den Angeklagten schuldig im Sinne der Anklage. Das Urteil: vier Monate bedingte Haft und eine Geldstrafe in Höhe von 720 Euro. Den Opfern spricht sie insgesamt 700 Euro zu. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.
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