Der Neubau ist ins Stocken geraten, dazu hielten sich im Vorjahr auch die Konsumenten zurück, die ihre alte Küche gegen ein neues Modell austauschen wollen – all das machte auch ewe nicht einfach. Doch: Nach der Inflationshemmung verzeichnen die Händler wieder mehr Frequenz. Das stimmt auch die Welser optimistisch.
„Als Corona kam, haben viele zuerst einmal die Produktion gestoppt. Kurz danach ist ein irrsinniger Nachfrageboom entstanden, der fast nicht bewältigt werden konnte. Alle haben mit vielen Überstunden Küchen produziert. Und dann kam die Inflations- und Ukrainekrise.“
Zum Wort „Berg- und Talfahrt“ greift Andreas Hirsch, wenn der ewe-Geschäftsführer seine Beschreibung der letzten vier Jahre zusammenfasst, die auch den Küchenhersteller aus Wels enorm fordert.
Zwei Freitage pro Monat steht die Produktion still
Die stark gesunkene Nachfrage der letzten Monate zwingt zu Maßnahmen, die alle 320 Mitarbeiter treffen: Überstunden werden abgebaut, an zwei Freitagen im Monat steht die Produktion still, wobei einer der Tage ein unbezahlter Urlaubstag ist. Im Sommer will man die Lage neu bewerten, ob eine Rückkehr zum Normalbetrieb möglich ist.
Ob bis dorthin die Auftragsbücher schon deutlich voller sind? „Unsere Vertriebspartner berichten, dass seit Jahreswechsel wieder deutlich mehr Frequenz und Interesse zu spüren ist. Wir glauben, dass die Stimmung jetzt wieder besser wird“, registriert Hirsch eine Zunahme der Bestellungen.
lieferte ewe im Jahr 2023 aus und erwirtschafte so einen Umsatz von 59 Millionen Euro. Produziert wird in Wels und Freistadt, der einzige Schauraum ist in Pasching.
„Größere Einkäufe wurden dezidiert aufgeschoben“
Die Lust am Küchenkauf kehrt zurück, jene Kunden schauen sich um, die ihr altes Modell gegen ein neues ersetzen wollen. Dieses Segment hatte letztes Jahr ausgelassen: „Größere Einkäufe wurden dezidiert aufgeschoben. Das haben wir massiv gespürt“, so der ewe-Geschäftsführer.
Die Krise in puncto Neubau schlägt sich noch nicht nieder: „Der Effekt der reduzierten Bautätigkeit wird mit Verzögerung in der Einrichtungs- und Küchenbranche ankommen.“ Nachsatz: „Wir müssen uns darauf einstellen, dass in Österreich weniger gebaut wird.“
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.