Kärntner Initiativen

Auf der Suche nach Fachkräften im In- und Ausland

Kärnten
22.04.2024 18:45

Nicht nur die vielfältigen Krisen der vergangenen Jahre belasten die Kärntner Wirtschaft, auch hausgemachte Probleme bremsen Wachstum und Standortattraktivität.

„Irgendwie werden wir die Lücke von 50.000 Personen, die bis 2040 aus dem Berufsleben aussteigen, füllen“, betont Timo Springer, Präsident der Industriellenvereinigung, bei der Vorstellung der Konjunkturumfrage. Die Problematik ist auch dem Land bekannt – am 30. April startet die neue Fachkräfteagentur. „Die Situation ist für die Kärntner Unternehmen teils existenzbedrohend, viele müssen Aufträge ablehnen, weil sie keine Arbeiter haben“, erklärt Landesrat Sebastian Schuschnig. „Mit der Agentur wollen wir qualifizierte Kräfte aus dem Ausland holen und hier langfristig integrieren.“ Das Land stellt ein Budget von bis zu fünf Millionen Euro zur Verfügung.

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Durch die Lücke verlieren wir Wertschöpfung und Wohlstand. Für manche Unternehmen ist das teils existenzbedrohend.

Landesrat Sebastian Schuschnig

Die erste Phase konzentriert sich auf die Branchen Metallverarbeitung, Elektrotechnik und Gesundheit. Es gibt einen Pool von 300 Kräften aus Drittstaaten, ein Drittel davon ist für Pflegeberufe vorgesehen. „In der Wirtschaft bringt der Mangel weniger Wachstum, im Gesundheitsbereich aber ein Problem für die Gesellschaft“, betont Landesrätin Beate Prettner, die auf den demografischen Wandel hinweist. „Die Babyboomer gehen in Pension und die Geburtenraten haben sich seit 1960 mehr als halbiert.“

Landesrätin Beate Prettner, WK-Präsident Jürgen Mandl, Landesrat Sebastian Schuschnig und Trenkwalder-CEO Mark Pollok präsentierten die neue Fachkräfteagentur. (Bild: Felix Justich)
Landesrätin Beate Prettner, WK-Präsident Jürgen Mandl, Landesrat Sebastian Schuschnig und Trenkwalder-CEO Mark Pollok präsentierten die neue Fachkräfteagentur.

Leute holen und hier halten
Bei 6000 offenen Stellen begrüßt die Wirtschaftskammer die Initiative. „Es ist ein lang gehegter Wunsch, dass sich hier etwas tut“, erklärt Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl. „Wichtig ist aber nicht nur die Akquise, sondern dass die Leute langfristig bleiben.“ Damit das klappt, hat sich das Land mit Trenkwalder einen kompetenten Partner geholt. „Wenn der Prozess läuft, dann bleibt die Person“, bekräftigt CEO Mark Pollok. „Wir haben weltweit Netzwerke und schauen auf Faktoren wie Jugendarbeitslosigkeit.“ Der Prozess dauert bis zu neun Monate und kostet Firmen 3500 Euro pro erfolgreicher Vermittlung.

Lehrlinge und Hürden für Wirtschaft
Die IV legt ihren Fokus stärker auf die Kärntner Jugend. „Die Agentur ist ein erster Schritt, aber wir freuen uns auf den Lehrlingswettbewerb mit 70 Teilnehmern“, betont Timo Springer. „Ein weiteres großes Problem ist aber das Bürokratiemonster. Die Zettelwirtschaft kostet die Unternehmen viel Geld und Zeit.“ Zusätzlich drücken Lohnkosten auf die Stimmung der Firmen.

IV-Präsident Timo Springer und IV-Geschäftsführerin Claudia Mischensky präsentierten nicht nur die Konjunkturumfrage, sondern auch ein Info-Büchlein zum Thema Wohlstand in Österreich.  (Bild: Felix Justich)
IV-Präsident Timo Springer und IV-Geschäftsführerin Claudia Mischensky präsentierten nicht nur die Konjunkturumfrage, sondern auch ein Info-Büchlein zum Thema Wohlstand in Österreich. 

Trotzdem zeigt sich in der Stimmung der Kärntner Unternehmen eine leichte Besserung – einige wollen wieder investieren und Mitarbeiter einstellen. „Das Hauptproblem ist aber immer noch die Lohn-Preis-Spirale, in der wir uns befinden“, warnt Springer. „Das ist extrem wachstumshemmend. Wir brauchen eine Wende, damit wir wieder wettbewerbsfähig werden. Im Ranking liegen wir auf Platz 24, gerade noch vor Bahrain.“

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