Feuer unter Kontrolle

Kopenhagen: Historische Börse halb niedergebrannt

Ausland
16.04.2024 17:28

Das Feuer in der historischen Börse in Kopenhagen – dem Wahrzeichen der dänischen Hauptstadt – ist unter Kontrolle. Die Hälfte der Börse sei mehr oder weniger niedergebrannt, sagte der Einsatzleiter der Feuerwehr, Jakob Vedsted Andersen, am Dienstagnachmittag.

Die Nachlöscharbeiten seien noch im Gange, so Anderesen bei einer Pressekonferenz. Etwa 135 Kräfte seien bei dem am Morgen plötzlichen ausgebrochenen Brand im Einsatz gewesen. Die Ursache für das Feuer blieb noch unklar.

Den Angaben zufolge erfasste der Brand bereits bis zum Vormittag etwa die Hälfte des riesigen Gebäudes. „Wir sind uns der Einsturzgefahr sehr bewusst“, sagte Frank Mikkelsen von der Feuerwehr. Der Teil des Gebäudes, der näher zum Parlament liege, sei besonders von intensivem Feuer betroffen gewesen. Die Einsatzkräfte kämpften stundenlang gegen die Flammen und konnten ein Übergreifen auf den anderen Teil verhindern.

Nach dem Großbrand steigt noch immer Rauch über dem schwer beschädigten Gebäude auf. (Bild: AP)
Nach dem Großbrand steigt noch immer Rauch über dem schwer beschädigten Gebäude auf.

Wiederaufbau „auf jeden Fall“
„Wir haben mit unserem Vorstand beschlossen, dass wir die Børsen auf jeden Fall wieder aufbauen werden“, sagte Brian Mikkelsen, Geschäftsführer der dänischen Handelskammer, im Zusammenhang mit dem verheerenden Brand. Die alte Börse, in der sich heute die dänische Handelskammer befindet, die auch Eigentümerin des Bauwerks ist, beherbergt unter anderem eine große Kunstsammlung. Einige der Kunstwerke konnten gerettet werden. Die Höhe des Schadens steht noch nicht fest.

Es seien „tragende Strukturen“ und ein großer Teil des historisch wertvollen Bauwerks verbrannt, hieß es von den Behörden. Mit einem Einsturz des gesamten Baus wurde trotzdem noch nicht gerechnet. Zuvor war schon die weltbekannte Turmspitze des Gebäudes eingestürzt.

„Lebenswichtig für Kopenhagen“
Kopenhagens Oberbürgermeisterin Sophie Hæstorp Andersen und die sechs Fachbürgermeisterinnen und Fachbürgermeister sicherten noch am Dienstag ihre Unterstützung zum Wiederaufbau der historischen Börse zu. Man werde alles tun, was möglich ist, um diesen zu unterstützen, denn „das Gebäude ist einfach lebenswichtig für Kopenhagen und die gesamte Kulturgeschichte Dänemarks“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Die Börse sei nicht nur ein wichtiger Teil der gesamten Kulturgeschichte Dänemarks. „Das Gebäude repräsentiert so viel mehr, nicht zuletzt handwerkliche Qualität und Traditionen. Das alles steht jetzt in Flammen.“ Für Kopenhagen und ganz Dänemark sei es wichtig, dass das Gebäude aus dem 17. Jahrhundert wieder aufgebaut werde.

Ein 400 Jahre altes dänisches Kulturerbe stehe in Flammen, sagte Dänemarks Kulturminister Jakob Engel-Schmidt. König Frederik X. schrieb zuvor in einer Mitteilung von einem „traurigen Anblick“. Die markante Drachenspitze, die nun eingestürzt ist, habe das Stadtbild mitgeprägt und dazu beigetragen, Kopenhagen als „Stadt der Türme“ zu definieren. Bestürzt zeigte sich auch die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. „Schreckliche Bilder, die wir gerade sehen. Ein Stück dänische Geschichte in Flammen“, schrieb die Politikerin auf Instagram. Die historische Börse sei „eines der ikonischsten Gebäude Kopenhagens. Ein Symbol für 400 Jahre Geschäftsgeschichte in Dänemark, unersetzliches kulturelles Erbe“, teilte sie mit. Gleichzeitig dankte die sie Feuerwehr, Polizei und allen, „die mutig gegen das Feuer kämpfen“.

Wahrzeichen der Stadt
Das Gebäude wurde 1625 mit einem Kirchturm fertiggestellt. Das älteste Gebäude Kopenhagens, erbaut im Stil der niederländischen Renaissance, ist eine Touristenattraktion. Der 56 Meter hohe Turm, der vier ineinander verschlungene Drachenschwänze darstellt, gilt als ein Wahrzeichen der Stadt. Als Börse wird das Gebäude schon lange nicht mehr genutzt. Heute befindet sich darin die Handelskammer, die auch Eigentümerin des Bauwerks ist. Es wird derzeit restauriert und ist daher eingerüstet. Die Restaurierung sollte eine unsachgemäße Renovierung des Gebäudes im 19. Jahrhundert korrigieren und der Fassade ihr ursprüngliches Aussehen wiedergeben.

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