Die Federzeichnung gehört zu den untergehenden Kunsttechniken. Anna Maria Brandstätter entwickelt sie weiter für die heutige Welt. Die Galerie in der Schmiede in Pasching präsentiert eine große Werkschau der Künstlerin, die im Strudengau zu Hause ist.
„Mich interessiert die Übersetzung meiner Welt in eine andere Sprache“, sagt Anna Maria Brandstätter. Die Künstlerin, eine Absolventin der Linzer Kunstuni, gilt als interessante Zeichnerin, mehr noch: Sie hat die Kunst der Federzeichnung für das Heute aktualisiert. Sie entwickelt mit feinsten Tuschelinien sphärische Bildräume, die geordnet in sich ruhend wirken, zugleich aber inneren Dynamiken folgen.
Im magischen Licht
Die Ausstellung in der Galerie in der Schmiede in Pasching nennt sich „Good Morning Magic Sunshine“ (bis 17. Mai). Hier klingen stimmungsvolle Naturimpressionen durch, die Brandstätter in Serien verarbeitet, die am schmalen Grad zwischen Realität und Fantasie angesiedelt sind.
Eine Malreise an die Costa de la Luz in Andalusien brachte neue Farben und Formen ins Spiel. Man entdeckt dichte Strukturen, die optisch wie haptische Oberflächen wirken, aber auch poetische Kompositionen mit Motiven aus Fauna und Flora.
Romanische Kirchenfenster als Inspiration
In der Serie „Medaillon“ wählt Brandstätter den Kreis als Begrenzung ihrer Federzeichnungen. Die Inspiration für diese Form liegt aber in ihrer unmittelbaren Umgebung. Sie hat sich das spätromanische Margaretenfenster im Stift Ardagger genau angesehen, setzt aber die Natur in das Zentrum, ornamentale Formen erinnern an Intarsien. Ein interessantes Signal der Zeichenkunst!
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