Heftige Kritik

Umweltanwalt zerlegt Pläne für Wohnbau am Friedhof

Oberösterreich
20.02.2024 11:00

In Gmunden stehen die entscheidenden Tage für das geplante Wohnbauprojekt am evangelischen Friedhof auf dem Programm. Im Gemeinderat soll im März die Umwidmung in Bauland beschlossen werden. Davor meldet sich aber die Umweltanwaltschaft des Landes zu Wort. Das Gutachten fällt alles andere als positiv aus. 

Ganz klar gegen die Pläne für die Errichtung von Wohnungen neben dem evangelischen Friedhof in Gmunden spricht sich Umweltanwalt Martin Donat aus. „Natürlich klingt die Widmung ,Wohngebiet für sozialen Wohnbau‘ gut und ist per se auch nicht infrage zu stellen. Im raumordnerischen Kontext wäre diese Umwidmung jedoch eine planerische Fehlentscheidung“, ist Donat überzeugt.

Warnung vor zunehmender Verdichtung
Er begründet seine ablehnende Haltung mit der Warnung vor einer zunehmenden Verdichtung und dem Verlust von Grünflächen in der Traunseestadt.

Donat fordert deshalb den Gemeinderat auf, von der Umwidmung Abstand zu nehmen, eine Fondslösung zusammen mit der evangelischen Kirche zur finanziellen Absicherung des zukünftigen Friedhof-Betriebs auszuarbeiten und die Flächen im Rahmen eines Grünraumkonzepts zum Friedenspark weiterzuentwickeln.

Mit seinem „Nein“ verleiht er auch dem für Friedhofsangelegenheiten zuständigen Neos-Stadtrat Philipp Wiatschka Rückendeckung. Als einzige Fraktion stimmten die Pinken im Gemeinderat gegen die Umwidmungspläne: „Die Umweltanwaltschaft unterstützt unsere Forderung, diese Fläche zukünftig als Waldfriedhof oder als Naherholungsgebiet, womöglich als Stadtpark, auszugestalten. Das wäre nicht nur für die Biodiversität, sondern auch für die Lebensqualität der Gmundner Bevölkerung von großer Bedeutung.“

Landschaftsplaner soll mitwirken
Um dies zu ermöglichen, soll im nächsten Friedhofsausschuss ein Landschaftsplaner zur Beratung beigezogen werden. Baustadtrat Rüdiger Fritz (FP) will die Stellungnahme der Umweltanwaltschaft im Bauausschuss thematisieren: „Ich glaube, dass das Projekt trotz der Kritik umgesetzt werden kann.“ Er rechne damit, dass der Gemeinderat im März das Umwidmungsverfahren beschließt.

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