Sie ist der Star unter den heimischen Gerichtspsychiatern: Primaria Adelheid Kastner (61) hat so ziemlich alle Promi-Verbrecher begutachtet, von Fritzl bis zur Eisprinzessin. Doch nicht nur dafür braucht sie einen guten Magen und eine Hornhaut. Im Interview nimmt sie zum Shitstorm und der Anonymität im Netz Stellung.
„Krone“: Frau Primaria, Häme, Hass und Hetze in den sogenannten sozialen Medien werden immer mehr zu einer Belastung für den Zusammenhalt der Gesellschaft – das zeigt auch das aktuelle Drama um die ehemalige Standard-Chefredakteurin. Sie sind selbst schon im Kreuzfeuer ungerechtfertigter Kritik gestanden. Wie gehen Sie damit um?
Adelheid Kastner: Prinzipiell ist das nichts besonders Neues. Es ist angeblich immer schon so gewesen, dass Fragen ohne fundierte Sachkenntnis, dafür umso emotionaler am Stammtisch behandelt wurden. Und dass man sich immer wieder einmal zu Dingen geäußert hat, von denen man inhaltlich möglichst wenig Ahnung hatte, meistens dafür um so lauter. Die sozialen Netzwerke eröffnen jetzt die Möglichkeit, sich in Stammtischmanier in einem viel größeren Feld in einer Gruppe Gleichgesinnter zu bestätigen und auch noch die unschätzbare Möglichkeit zu finden, das Ganze anonym zu tun. Das heißt, ich muss nicht dafür geradestehen, was ich von mir gebe, sondern ich kann mich hinter der Anonymität meines Accounts äußern und muss daher keinerlei soziale Ächtung erwarten, wenn ich mich da bar jedes Anstands äußere.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.