Makuladegeneration

Neue Behandlungen bei gefürchteter AMD

Gesund
26.11.2023 06:00

Bei der sogenannten trockenen altersbedingten Makuladegeneration (AMD) kommt es zu kleinen Ablagerungen unter der Netzhaut, die man Drusen nennt. Schließlich treten Sehbehinderungen auf, die Betroffenen sehr zu schaffen machen können. Nun gibt es neue Behandlungsmöglichkeiten.

„Schreiten diese Prozesse über Jahre hinweg fort, sterben die darüber liegenden Fotorezeptoren der Netzhaut langsam ab, und das Sehvermögen sinkt in diesen Bereichen“, erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. Matthias Bolz, Vorstand der Klinik für Augenheilkunde am Kepler Universitätsklinikum Linz. Jetzt gibt es aber neue Hoffnung für die Patienten.

Verschlechterung verlangsamen
Prim. Bolz erläutert: „Zwei neue Behandlungsmöglichkeiten stehen jetzt bzw. demnächst zur Verfügung. Voraussichtlich kommendes Jahr wird ein neues entzündungshemmendes Medikament zugelassen, das wie bei der feuchten Makuladegeneration in regelmäßigen Abständen direkt in das Auge gespritzt wird. Studien haben gezeigt, dass das Fortschreiten der Erkrankung damit zum Teil verlangsamt werden kann. Eine Sehverbesserung ist unter der Therapie jedoch nicht zu erwarten, nur eine Verminderung der Sehverschlechterung. Die Therapie macht nur Sinn, wenn noch ausreichend Fotorezeptoren im Sehzentrum erhalten sind. Deshalb wird noch diskutiert, wer am besten davon profitiert.“

Zugelassenes Verfahren
Ein bereits zugelassenes Verfahren, das schon angeboten wird, stellt die Photobiomodulation dar. Die ihr zugrunde liegende Technologie ist nicht neu, sie wird schon viele Jahre in anderen Bereichen der Medizin zur Anregung der Wundheilung eingesetzt. 2018 wurde das erste Gerät in Europa für die Behandlung der Degeneration der Netzhaut zugelassen.

Neue Studien machen Hoffnung
Bei der kürzlichen Jahrestagung der europäischen Netzhaut-Experten in Amsterdam (NL) stellten Experten nun die Ergebnisse einer Studie mit dieser Behandlung an mehreren Zentren in den USA vor. „Auch diese Behandlung vermag das Fortschreiten einer trockenen Makuladegeneration nicht zu stoppen, allerdings gibt es wissenschaftliche Hinweise, dass sie in vereinzelten Fällen eine Sehverbesserung bewirkt“, so Prim. Bolz.

„Das zeigte sich nach 24 Monaten und sechs Therapie-Zyklen in der aktiv behandelten Gruppe deutlich gegenüber der Vergleichsgruppe. Fast 60 Prozent der mit Photobiomodulation bestrahlten Augen erfuhren eine Sehverbesserung um mehr als fünf Buchstaben auf standardisierten Lesetafeln.“ (Patienten ohne Therapie „verlieren“ im Schnitt in so einem Zeitraum mit dieser Schwere der AMD im Rahmen solcher Tests bis zu fünf Buchstaben.) Langzeitbeobachtungen sind aber noch im Gange.

Licht auf die Netzhaut
Bei der Behandlung wird Licht, das aus drei verschiedenen, ausgewählten Wellenlängen besteht, auf die Netzhaut gelenkt. Ziel ist es, die Energieproduktion und damit Zellfunktion sowie Stoffwechselaktivität in der Netzhautzelle und die Zellregeneration anzuregen. Die vollkommen schmerzlose Behandlung dauert fünf Minuten und muss innerhalb von vier Wochen neunmal wiederholt werden. Dieser gesamte Zyklus kann zweimal pro Jahr durchgeführt werden.

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