„Bloomberg“-Bericht

Benkos Signa Prime braucht zwei Milliarden Euro

Wirtschaft
16.11.2023 11:56

Der ins Wanken geratene Signa-Konzern lotet seine Finanzierungsquellen aus. René Benkos wichtigste Immo-Sparte, die Signa Prime Selection, versucht nun laut „Bloomberg“, frisches Geld bei Investoren einzusammeln. Das Unternehmen habe sich demnach an Investoren gewandt, um in den kommenden Monaten bis zu zwei Milliarden Euro aufzubringen.

Die Finanznachrichtenagentur „Bloomberg“ beruft sich in ihrem Bericht auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind.

Für die Dauer der Restrukturierung nehme der deutsche Sanierungsexperte Arndt Geiwitz „eigenverantwortlich die Interessen der Familie Benko Privatstiftung wahr“, so ein Signa-Sprecher am Donnerstag. Wie lange diese Restrukturierung dauere, lasse sich heute nicht abschätzen. „Wichtig ist: Der Prozess benötigt Ruhe und Fokussierung.“ Geiwitz will bis Ende November einen ersten Plan vorlegen.

Das Imperium von René Benko ist ins Wanken geraten. (Bild: APA/Robert Jäger, Klemens Groh, Krone KREATIV)
Das Imperium von René Benko ist ins Wanken geraten.

Sanierer soll Signa „auf Dauer stabilisieren“
Unter der Führung von Geiwitz seien auch in Zusammenarbeit mit dem neuen CRO (Chief Restructuring Officer) Ralf Schmitz „zahlreiche organisatorische, strukturelle und personelle Prozesse in Gang gesetzt worden, die dazu dienen, die Signa-Gruppe zu stützen und nachhaltig sowie auf Dauer zu stabilisieren“. Dies umfasse sowohl den Immobilien- als auch den Handelsbereich.

Rene Benko (Bild: HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com)
Rene Benko

„Diese bisher laufenden, sehr verantwortungsvoll geführten, Gespräche mit Stakeholdern stimmen uns zuversichtlich, gute Lösungen zu finden“, bestätigte der Sprecher die laufenden Verhandlungen.

500 Millionen Euro noch heuer nötig
Die Sparte Signa Prime, der die prominentesten Projekte vom Berliner Luxuskaufhaus KaDeWe über Selfridges in London und das Hotel Bauer in Venedig bis hin zum Hamburger Bauprojekt Elbtower gehören, habe potenziellen Investoren mitgeteilt, dass sie allein heuer 500 Millionen Euro benötige, um ihren Verpflichtungen nachzukommen, heißt es „Bloomberg“ zufolge bei Insidern, die in die Gespräche involviert sind und nicht namentlich genannt werden wollen. Im ersten Halbjahr 2024 würden weitere 1,5 Milliarden Euro benötigt.

Ein Modell des Elbtowers in Hamburg. Der Bau wurde gestoppt. (Bild: SIGNA Real Estate/David Chipperfield/elbtower.de/presse)
Ein Modell des Elbtowers in Hamburg. Der Bau wurde gestoppt.

Einige der angesprochenen Investoren hätten bereits abgelehnt, sei weiters zu hören. Andere hingegen befänden sich noch in der Anfangsphase und prüften die Anfrage derzeit.

„Bloomberg“ listet die größeren Brocken der Fälligkeiten unter Verweis auf den Geschäftsbericht im Detail auf: Eine privat platzierte Anleihe der Signa Prime im Umfang von 200 Mio. Euro werde bis 30. November fällig. Partizipationsscheine im Nennwert von 130 Mio. Euro laufen den Angaben zufolge am 31. Dezember aus. „Darüber hinaus dürfte das Unternehmen Verpflichtungen aus Projektkrediten und Bauleistungen haben.“

Steigende Zinsen und sinkende Immobilienbewertungen haben zu Liquiditätsengpässen bei Signa geführt. Auf mehreren Baustellen ruht die Arbeit. Verschiedene Teile der Signa-Gruppe haben bereits im Laufe des Jahres Liegenschaften, Unternehmensanteile und Geschäftsbereiche verkauft.

Zuletzt fuhr Signa etwa bereits die Beteiligung an der britischen Luxuskaufhauskette Selfridges zurück. Der thailändische Co-Eigentümer Central Group soll nun Mehrheitseigentümer sein und die Kontrolle über die Handelskette übernommen haben, wie Reuters am Mittwoch berichtet hatte. Signa verringert die Selfridges-Beteiligung auf 45 Prozent, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person bestätigte.

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