Die 53-jährige Mutter und ihre Tochter (24) waren mit dem Vater abseits der Pisten unterwegs und fuhren voraus. Plötzlich musste der 53-Jährige laut Rotem Kreuz zusehen, wie die Lawine seine Tochter und seine Frau erfasste. Nachdem er zum Unfallort abgefahren war, befreite der Mann die beiden Frauen aus den Schneemassen.
Mutter und Tochter wurden vom Rettungshubschrauber bzw. einem Helikopter des Innenministeriums mit Verletzungen unbestimmten Grades ins Krankenhaus Spittal geflogen. Laut Rotem Kreuz feierte die Tochter am Tag des Unfalls ihren Geburtstag. An der Rettungsaktion waren auch die Alpine Einsatzgruppe der Polizei Spittal und die Bergrettung samt Hundestaffel beteiligt.
Weiter heikle Lawinensituation in Tirol
Gleich mehrere Lawinenabgänge mit zum Teil Schwerverletzten ereigneten sich am Samstag in Tirol: Bei sonnigem Wetter, eindringlichen Warnungen der Experten und Lawinenwarnstufe 3 ließen sich viele Wintersportler nicht davon abhalten, abseits der gesicherten Pisten abzufahren.
Die Lawinensituation wurde von den Experten des Landes neuerlich als "heikel" eingestuft. Gefahrenstellen lägen in steilen Hängen aller Expositionen oberhalb von etwa 1.800 Metern. Am ungünstigsten sei die Situation im Waldgrenzbereich. Laut ZAMG-Wetterdienststelle Innsbruck wird für Sonntag eine Kaltfront erwartet. Die Lawinengefahr bleibe also in den nächsten Tagen "unverändert meist erheblich".
Lawinengefahr auch in NÖ
In Niederösterreich war am Samstag die Lawinenwarnstufe 4 in den Ybbstaler Alpen und im Rax-Schneeberggebiet weiter aufrecht. In den Gutensteiner und Türnitzer Alpen sowie in den Regionen Semmering und Wechsel galt Stufe 3. Im Bezirk Scheibbs musste in der Nacht die L6164 zwischen Wastl am Wald und Gösing gesperrt werden, nachdem eine Lawine einen Abschnitt von 120 Metern bis zu vier Meter hoch verschüttet hatte. Die Straße konnte laut Sicherheitsdirektion nach erfolgter Räumung am Samstagvormittag wieder freigegeben werden.
Angespannte Lage in Vorarlberg
In Vorarlberg bestand am Samstag laut Landeswarnzentrale in den Bergen "verbreitet erhebliche Lawinengefahr" der Stufe 3. Gefahrenstellen befinden sich vorwiegend in Kammlagen und Steilhängen sowie in eingewehten Rinnen und Mulden, besonders oberhalb der Waldgrenze. "Lawinen können bereits durch geringe Zusatzbelastungen, beispielsweise durch einzelne Wintersportler, ausgelöst werden", lautete die Warnung. Die Lawinengefahr nimmt nur langsam ab, die Situation bleibt für Wintersportler auch in den nächsten Tagen angespannt, so Herbert Knünz von der Warnzentrale.
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