„Sie sucht Schuldigen“

Drama auf Zugspitze: Hüttenwirt kontert Vorwürfen

Tirol
03.09.2023 07:00

Die in dieser Woche von der Zugspitze gerettete Alpinistin gab an, der Wirt der Wiener-Neustädter-Hütte hätte sie vorab falsch über die winterlichen Verhältnisse informiert. Der lässt diese Anschuldigung nicht auf sich sitzen.

Nach der Rettung einer Deutschen, die am Dienstag auf der Stopselzieherroute zur Zugspitze feststeckte, tauchten schwere Vorwürfe gegen Guido Schweigl auf. Die Frau gab dem Vernehmen nach an, dass sie sich bei Schweigl, dem Wirt der Wiener-Neustädter-Hütte, über die aktuellen Verhältnisse erkundigt habe. Dieser habe die Tour als machbar bezeichnet. Wenig später kam die 42-Jährige wegen des Neuschnees in rund 2500 Metern nicht mehr weiter. Die Bergrettung Ehrwald musste sie in einer dramatischen Rettungsaktion bergen.

„Nie mit der Frau geredet“
Den Anschuldigungen widerspricht Hüttenwirt Guido Schweigl im Gespräch mit der „Krone“. „Ich habe nicht mit der Frau geredet, ich kenne sie gar nicht“, betont er. Und Schweigl legt nach: „Sie sucht einen Schuldigen!“

Stichwort „Schuld“ für solche Bergdramen: Die liege laut Schweigl nie bei den Verhältnissen, sondern immer bei den Leuten selbst. Es seien schon Bergsteiger bei weit mehr Schnee auf die Zugspitze gestiegen.

Zitat Icon

Wenn ich Gäste vor den Verhältnissen warne, nehmen acht von zehn die Warnungen ernst. Zwei gehen weiter.

Guido Schweigl, Wirt Wiener-Neustädter-Hütte

Soziale Medien informieren falsch
Gleichzeitig ortet er im Internet und in den sozialen Medien das Hauptproblem für Notlagen auf der Zugspitze wie am Dienstag. „Dort sind Selbstverherrlicher aktiv, die falsche Informationen verbreiten“, sagt der langjährige Hüttenwirt. Erschreckende Erfahrungen in dem Zusammenhang habe er viele gemacht.

Kein Klettersteig-Set dabei
Erst am Samstag verblüffte ihn ein Hüttengast, der über die Stopselzieherroute auf die Zugspitze wollte, aber nichts zum Sichern dabei hatte. „Die Frau sagte mir, sie habe vorab im Internet recherchiert. Von der Notwendigkeit eines Klettersteigsets sei da jedoch nichts gestanden“, staunt Schweigl.

So musste die Alpinisten direkt von der Hütte wieder ins Tal. Immerhin nahm sie den Ratschlag ernst.

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