Italienische Forscher haben einen erfreulichen Trend aufgezeigt: Die Krebssterblichkeit in der EU geht zurück.
Carlo La Vecchia von der Abteilung für Klinische Wissenschaften der Universität Mailand, der gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen ihre aktuelle Studie in der Fachzeitschrift „Annals of Oncology“ veröffentlicht hat, erklärt: „Wir haben berechnet, dass die Krebsmortalität in den EU-Mitgliedsländern im Vergleich von 2023 zum Jahr 2018 bei den Männern um rund 6,5 Prozent und bei den Frauen um rund 3,7 Prozent gefallen sind. Im Zeitraum zwischen 1989 und 2023 wurden, wenn man die Krebs-Mortalitätsraten von 1989 als Maßstab hernimmt, rund 5,9 Millionen Krebs-Todesfälle in der EU vermieden.“ Die Zahl der Todesfälle durch Lungenkrebs bei Frauen in der EU scheine sich nun zu stabilisieren, bleibe aber hoch bei Frauen im Alter über 60 Jahren.
Einerseits reduzieren gesünderer Lebensstil, verbesserte Früherkennung und die Fortschritte in der Medizin die Wahrscheinlichkeit von fatalen Komplikationen bei bösartigen Tumoren, andererseits steigt die Zahl der Krebserkrankungen mit der wachsenden Lebenserwartung. Der Trend zu einer verringerten Krebsmortalität zeigt sich auch relativ kurzfristig beim Vergleich zwischen 2018 und 2023 (Modellrechnung): So reduzierte sich die Magenkrebsmortalität bei Männern in diesem Zeitraum um 12,66 Prozent, bei den Lungenkarzinomen um minus 10,24 Prozent und durch Leukämieerkrankungen um 12,61 Prozent. Die Prostatakrebssterblichkeit reduzierte sich um 6,52 Prozent, jene durch Dickdarmkrebs um 5,56 Prozent.
Steigerung bei Lungenkrebs
Bei den Frauen lag der Rückgang bei der Sterblichkeit infolge von Magenkrebs gar bei 18,84 Prozent, während beim Lungenkrebs zwischen 2018 und 2023 in der EU unter den Frauen noch eine Steigerung der Mortalität um 1,15 Prozent zu beobachten ist (Leukämie: minus 12,91 Prozent). Hier spielt weiterhin das Rauchen die wichtigste Rolle. Während laut den italienischen Experten bei den jüngeren Frauen offenbar bereits der Rückgang des Tabakkonsums durch die in Europa immer schärfer gewordenen Restriktionen Folgen zeitigt, ist bei älteren Frauen offenbar noch der hohe Zigarettenkonsum vergangener Jahrzehnte zu bemerken. Weiterhin rückgängig (minus 4,63 Prozent) ist die Brustkrebsmortalität. Das Mammakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Bei Dickdarmkrebs sank die Sterblichkeit bei Frauen um 8,7 Prozent.
Männer weisen in der EU allerdings eine im Vergleich zu den Frauen erheblich größere Krebsmortalität auf: altersstandardisiert beträgt sie aktuell (2023) 123,75 pro 100.000 und Jahr. Unter den Frauen liegt die Mortalitätsrate bei 79,31 Todesfällen durch bösartige Erkrankungen pro 100.000. Daten aus Österreich werden in der Studie übrigens nicht angeführt.










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