Gegen Gaskonferenz

„Tausende Teilnehmer“: Klimaprotest am Wiener Ring

Wien
28.03.2023 19:58

Dienstagnachmittag haben die Klimaaktivisten im Rahmen der umstrittenen Europäischen Gaskonferenz in der Innenstadt in Wien demonstriert. Es sind laut Veranstalter mehrere tausend Teilnehmer anwesend. Auch Aktivisten aus dem Ausland sind bei dem Protestmarsch dabei. Staus und massive Verzögerungen im Nachmittagsverkehr ließen nicht lange auf sich warten. Laut Polizei gab es bislang keinerlei Zwischenfälle.

Der Demozug startete um 17.30 Uhr am Stephansplatz mit tausenden Teilnehmern, geht weiter über die Rotenturmstraße und endet gegen 20.30 Uhr am Karlsplatz. Der Marsch führte direkt beim Marriott-Hotel vorbei. Hier wurde bereits seit Montagfrüh von der Polizei ein Platzverbot verordnet.

Wasserwerfer vor Marriott-Hotel platziert
Auf Twitter berichteten einige User auch von Wasserwerfern, die von der Polizei kurz vor der geplanten Demo vor dem Marriott-Hotel platziert wurden. Der ÖAMTC warnte im Vorfeld bereits vor Staus im Umfeld der Demonstration und riet dazu, auf öffentliche Verkehrsmittel auszuweichen.

Klimaaktivisten fordern den sofortigen Stopp neuer Gasexplorations- und Infrastrukturprojekte. Zudem müsse Europa sich bis 2035 von fossilem Gas unabhängig machen und stattdessen auf erneuerbare Energien setzen, hieß es in einer Aussendung.

(Bild: APA/ALEX HALADA)
(Bild: APA/ALEX HALADA)

„Bundesregierung muss jetzt als Vorreiter auftreten“
Auch in Österreich schreite nämlich die Suche nach fossilem Gas ungebremst voran, so Greenpeace. Sowohl die OMV als auch der australische Konzern ADX Energy würden weiter in den klimaschädlichen Energieträger in Österreich investieren wollen. „Die österreichische Bundesregierung muss jetzt als Vorreiter auftreten, und ein Gesetz veranlassen, das diesen fossilen Verbrechen ein Ende setzt“, forderte Jasmin Duregger, Klima- und Energieexpertin der Umweltorganisation.

Bei Zufahrt festgeklebt
Dienstagfrüh besetzten Umweltaktivisten die Gleise der OMV Schwechat. Wenige Minuten später wurde gleich ein weiterer Demonstrationszug zur Raffinerie gestartet. Mehr als elf Stunden wurden die Gleise von den Aktivisten blockiert. Nach Polizeiangaben protestierten etwa 200 Menschen bei der Raffinerie. Der Protest wurde vom internationalen Bündnis „BlockGas“ organisiert. Die Polizei stand im Großeinsatz.

„Stoppt fossile Verbrechen“
Zur selben Zeit hissten weitere Aktivisten - diesmal von Greenpeace - in der Wiener Innenstadt an der Fassade des Marriott-Hotels ein Banner mit der Aufschrift „End Fossil Crimes!“ (z.dt. „Stoppt fossile Verbrechen“). Die Protestierenden hatten zuvor Zimmer angemietet und sich an der Fassade abgeseilt. Während der Aktion verhandelten Beamte mit Vertretern der Umweltorganisation. Das Transparent wurde gegen 10 Uhr wieder eingerollt.

Am Vormittag gaben internationale Aktivisten zudem eine Pressekonferenz gegen die Gaskonferenz. Vertreter der internationalen Klima-Schutzgruppen kritisierten dabei das Lobbying-Treffen. Der globale Norden, missbrauche den afrikanischen Kontinent als Tankstelle, sagte Dean Bhekumuzi Bhebhe von Don‘t Gas Africa bei der Pressekonferenz in Wien. „Die Gaskonzerne interessieren sich nicht für unsere Sicherheit, Gesundheit oder unser Wohlergehen“, erklärte eine ukrainische Aktivistin.

(Bild: APA/ALEX HALADA)

„Der Politik fehle der Mut zum Handeln“
Die deutsche Sprecherin von „Fridays for Future“, Luisa Neubauer, nahm in einem Gespräch mit der APA speziell die österreichische Politik in die Pflicht. Gerade hierzulande, wenn Hänge für Skigebiete wie heuer aufgrund von Schneemangel grün blieben, werde der Klimawandel deutlich. Doch anstatt erneuerbare Energie voranzutreiben, fehle der Politik der Mut zum Handeln.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Wien Wetter



Kostenlose Spiele