Der stellvertretende Minister für digitale Transformation in der Ukraine, Alexander Bornyakov, hat Sony, Microsoft und Valve aufgefordert, den Vertrieb des in Russland entwickelten und seit Dienstag auch in Österreich erhältlichen Shooters „Atomic Heart“ einzustellen. Einnahmen aus dem Verkauf könnten in den Krieg in der Ukraine fließen.
Gegenüber der ukrainischen Website dev.ua forderte Bornyakov dazu auf, „den Vertrieb dieses Spiels in anderen Ländern einzuschränken, da es giftig ist, potenziell Nutzerdaten sammelt und diese an Dritte in Russland weitergeben kann, sowie das Geld, das durch den Kauf des Spiels eingenommen wird, für die Kriegsführung gegen die Ukraine verwenden könnte.“
Der stellvertretende Minister wies zudem darauf hin, dass das Spiel Medienberichten zufolge mit Geld entwickelt wurde, das von sanktionierten russischen Unternehmen und Banken stammt, die für die Regierung im Kreml systemrelevant sind. Dem Spieleportal „Eurogamer“ zufolge steht hinter dem russischen Entwickler Mudfish die Investmentfirma Gem Capital von Anatoliy Paliy, der früher für den staatlich kontrollierten Energiekonzern Gazprom arbeitete.
Appell an Gamer
Bornyakov warf „Atomic Heart“ außerdem vor, die kommunistische Ideologie, die Sowjetunion sowie den KGB zu romantisieren und appellierte daher auch an alle Nutzer, „dieses Spiel zu ignorieren“ - zumal die Entwickler des Spiels keine öffentliche Erklärung abgegeben hätten, in der sie Putins Regime und den blutigen Krieg, den Russland gegen die Ukraine führt, verurteilen.
„Pro-Friedensorganisation“
Laut Golem.de hatte Entwickler Mudfish im Jänner via Twitter mitgeteilt, sich nicht zu politischen Ereignissen zu äußern. Zugleich versicherte das Studio „unbestreitbar eine Pro-Friedensorganisation“ und „gegen Gewalt gegen Menschen“ zu sein.
Komponist Mick Gordon, bekannt für den Soundtrack des „Doom“-Remakes, hatte einen Monat später betont, dass „Atomic Heart“ ein „wirklich internationales Projekt“ sei, an dem 130 Entwickler aus zehn verschiedenen Ländern beteiligt gewesen seien.
Er betonte dem Bericht nach die Wichtigkeit, „die Handlungen einer Regierung von den Handlungen der einzelnen Bürger zu trennen“. Sein Honorar hat er laut eigenen Angaben an das Rote Kreuz gespendet.
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