Abholer (21) verhaftet

Falsche Polizisten vor Heim in Goldfalle gelockt

Wien
12.09.2022 19:00

An den Falschen geraten: Nach einem Anruf von als Ermittler getarnten Trickdieben verständigte ein Pensionist echte Beamte.

Am 28. Juli klingelte bei einem Senioren (86) in einer Residenz im Wien-Favoriten das Handy. Auf dem Display die Nummer „+4335350331“ mit österreichischer Vorwahl, es meldete sich ein angeblicher Kriminalbeamter. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Spoof-Nummer, die nicht zurückgerufen werden kann. Mit autoritärer Stimme redete ein Mann, der sich als Kriminalpolizist vorstellte, auf den Pensionisten ein.

Der 86-Jährige solle ihm helfen, einer Betrügerbande das Handwerk zu legen. Er bekomme dafür 5000 Euro Bonus. Doch zuerst müsse er mit seinem Ersparten Goldbarren kaufen und diese übergeben, um damit eine Falle zu stellen. Eine neue, hinterhältige Masche der falschen Polizisten!

Bis zu 15 Mal täglich klingelte fortan bei dem 86-Jährigen das Handy. Der falsche Inspektor gab ihm detaillierte Anweisungen, luchste ihm Zugangsdaten für das Internetbanking ab - und schließlich kaufte der Betrüger gleich selbst Goldbarren im Wert von mehr als 87.000 Euro über den Internetshop einer Firma.

Präventionstipps der Wiener Polizei

  • Schützen Sie ältere Angehörige und warnen Sie immer wieder vor den unterschiedlichsten Betrugsmaschen der falschen Polizisten.
  • Die Polizei fordert niemals Bargeld oder Wertgegenstände zur Aufbewahrung oder für „Diebesfallen“. 
  • Bei derartigen Anrufen legen Sie auf und wählen Sie selbstständig den Notruf 133.

„Dann reagierte der Pensionist richtig, weil ihm alles doch spanisch vorkam, und erstattete bei der Polizei Anzeige“, so Oberst Gerhard Winkler, LKA-Leiter Außenstelle Süd bei einem Hintergrundgespräch am Montag zur „Krone“.

Ermittlungen gegen Hintermänner laufen
Echte Polizisten übernahmen den Fall und stellten den Profi-Betrügern wiederum eine Falle. Am 2. August wurde die Übergabe des Goldes ausgemacht - und für den Abholer, einen 21-jährigen Wiener mit türkischen Wurzeln, klickten die Handschellen.

Winkler weiter: „Das Online-Portal wickelte den Rücktransfer des Geldes an. Somit ist dem Pensionisten kein Schaden entstanden.“ Die Ermittlungen gegen die Hintermänner laufen weiter.

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