06.08.2022 09:00 |

Techriesen investieren

Das große Geld fließt in die virtuelle Welt

Längst nicht nur etwas für Gaming-Freaks: „Virtual Reality“ hat viele Anwendungen, das wissen auch die Tech-Konzerne. Meta, Microsoft, Apple und Co. investieren daher Milliardensummen.

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Was vor einigen Jahren noch nach Science-Fiction klang, dafür machen Tech-Konzerne heute riesige Investitionen locker: Virtual Reality (VR). Gemeint ist die Darstellung einer Wirklichkeit, in die man meist mittels einer Brille gelangt. Wer einsteigt, soll alles wahrnehmen, als wäre er Teil davon - der große Unterschied zu Videospielen und Filmen. In der Technologie schlummert viel Potenzial: Bis 2025 soll sich der Umsatz global auf 22 Milliarden Dollar verdoppeln. Die Brillenheadsets sollen künftig zum Alltag gehören.

120 Milliarden Dollar für das Metaverse
Mit dabei sein bei diesem Megatrend will allen voran Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Dass er seine Firma in Meta umbenennt, zeigt seine Ambitionen: „Das Metaverse verbindet die unterschiedlichsten virtuellen Orte und Elemente in einem großen virtuellen Raum, Die Technologien gibt es ja schon länger. Virtual Reality muss auch nicht die einzige Technologie sein, sie eignet sich nur gut dafür“, so Expertin Johanna Pirker (TU Graz).

Heuer wurden bereits 120 Milliarden Dollar in das Metaverse investiert, mehr als doppelt so viel wie im ganzen Jahr 2021. 10 Milliarden Euro nimmt Zuckerberg in die Hand, die Oculus-Brillen sind im Handel verbreitet. Kurios: Sie sind mittlerweile um 100 Euro teurer geworden, ohne Neuerung.

Microsoft, Apple, Google investieren
Aber Zuckerberg ist nicht der einzige Tech-Boss, der den Trend erkennt: Auch Microsoft-Chef Satya Nadella - er setzt vor allem auf „Augmented Reality“, ebenso Google. Bei Augmented Reality wird in eine reale Welt etwas virtuelles projiziert (z. B. in einen Raum eine neue Einrichtung). Apple bringt zudem 2023 eine Brille auf den Markt.

Um die virtuelle Realität massentauglich umzusetzen, sind auch Chiphersteller wie NVidia ebenfalls auf den VR-Zug aufgesprungen, ebenso HP. Auch China-Riese Tencent ist eingestiegen. Sony hat schon länger VR-Sets und Software rausgebracht. Denn auch im Gaming-Sektor (weltweit 160 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr) ist VR ein großes Thema.

Doch lange nicht nur dort: Virtuelle Besprechungen sollen in Zeiten von Homeoffice den Alltag erleichtern und Mitarbeiter von internationalen Firmen zusammenbringen. In Österreich ist Konrad Gill als Unternehmer und Chef von ViARsys aktiv. „Der Sektor wachst stark. Fast jeder große Konzern beschäftigt sich mittlerweile damit“, so Gill. Aber auch für Klein- und Mittelbetriebe entwickelt er Lösungen.

ÖBB setzen auf viele virtuelle Anwendungen
Unter den heimischen Firma sind die ÖBB Pionier: Virtual Reality kommt dort in der Ausbildung zum Einsatz: Lehrlinge üben die Inspektion und Wartung von Weichen, Schienen und Oberleitungen, ohne ins Gleis zu müssen. Auch für Schulungen eignet sich VR. Zudem nutzt man Visualisierungen von noch nicht gebauten Tunneln, Brücken und Bahnhöfen. Für die finanzstarke Infrastruktur- und Mobilitätsbranche ist VR generell eine Chance: Auch Autohersteller und Baufirmen nutzen es, um sich Gebäude oder Fahrzeuge ins Büro zu holen. Auch Shops werden virtuell: Nike hat einen solchen „eröffnet“.

Phobiebekämpfung mit moderner Technologie
Doch auch bei kleineren Anwendungen kommt die Technologie zum Einsatz. „Virtuelle Theatervorstellung bis hin zu Phobiebekämpfung - vieles ist möglich“, sagt Olivier Schaffer von Vrei VR. Psychater können so Patienten behandeln. Wer unter Höhenangst leidet, stellt sich virtuell an eine Klippe, wer Furcht vor Spinnen hat, kann sich so an sie „herantasten“.

Gefahren und Angst vor der Monopolisierung
Die Investments der Tech-Riesen lassen Monopolisierung befürchten. Konrad Gill: „Es ist wichtig, dass einige Metaversen dezentral bleien und nicht alles von Konzernen überwacht wird. Wir schaffen heute die Infrastruktur der Freiheit von morgen.“ Pirker fügt hinzu: „Ich finde, Angst braucht man nicht zu haben“ Im Gegenteil: Das Metaverse könne Chancen bieten und unsere Gesellschaft sogar noch inklusiver machen, da jeder leicht teilhaben kann.

Peter Stadlmüller
Peter Stadlmüller
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