Angeblich war’s Zufall: ausgerechnet am Hitler-Geburtstag, dem 20. April, überfielen zwei mit Sturmhauben maskierte Männer um 3.20 Uhr früh einen unsteten besachwalterten Obdachlosen (64), der im Warteraum des Bahnhofs Aurachkirchen am Boden schlief.
Das Täter-Duo soll sein hilfloses Opfer mit einem Gewehr bzw. einem Baseballschläger bewaffnet mit dem Umbringen bedroht und den Mann mehrmals mit dem Baseballschläger geschlagen haben. Um ihm Angst einzuflößen, soll auch die Schusswaffe repetiert worden sein. Das Gewehr ist verschwunden, angeblich liegt es in einem Bach.
Vier Monate später hat der abstoßende Gewaltausbruch ein juristisches Nachspiel. Die Polizei Gmunden konnte nun einen zur Tatzeit 18-Jährigen aus Aurachkirchen ausforschen. Das gelang, weil das Duo die Tat gefilmt hatte, das Video bei anderen Ermittlungen auftauchte. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wels wurde der Beschuldigte am Montag an seiner Wohnadresse festgenommen und in die Justizanstalt Wels überstellt.
Laut Angaben des Beschuldigten hat er das Gewehr nach der Tat in einen Fluss geworfen, es konnte bis dato nicht aufgefunden werden. Weil eine Waffe im Spiel war, geht es um schwere Nötigung.
Silke Enzlmüller von der Staatsanwaltschaft Wels
Bis zu fünf Jahre Haft
Der zweite Beschuldigte, ein 17-Jähriger aus Laakirchen, konnte ebenfalls ausgeforscht werden. Beide Beschuldigte zeigten sich bei ihren Einvernahmen geständig und reuig. Sie werden wegen schwerer Nötigung (§ 106 StGB) angezeigt. Dabei handelt es sich nicht um ein Kavaliersdelikt. Der Strafrahmen reicht von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.
Das Motiv für den Gewaltausbruch? Laut Polizei gaben die beiden Verdächtigen an, sie hätten sich betrunken und sich dann durch ein Rascheln im Hintergrund gestört gefühlt. Als sie sahen, dass es sich um den ihnen bekannten 64-Jährigen handelte, beschlossen die Jugendlichen laut eigener Aussage, ihn zu verjagen.















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