Grab besucht

Italienische Familie fand Ahnen im Mostviertel

Niederösterreich
23.07.2022 16:00

Ein längst vergangenes Kapitel ihrer Ahnengeschichte konnte eine Familie aus Italien nun schließen. Dank eines Autors aus Purgstall in NIederösterreich!

Enrico Mazzani war Bauer und lebte mit seiner Frau und seinen drei Töchtern im italienischen Dovadola. 1916 wurde er zum Militär eingezogen. Da er aber Einzelkind war und niemand die heimischen Felder bewirtschaftete, durfte Mazzani die Front bald wieder verlassen. Nur: Sein Entlassungsschreiben bekam der Soldat wider Willen nie zugestellt, da er in der Zwischenzeit in österreichisch-ungarische Kriegsgefangenschaft gelangt war.

Enrico Mazzani wurde ins Lager nach Purgstall an der Erlauf überstellt, wo er einige Monate vor Kriegsende am 17. Juli 1918 verstarb. Zeitlebens war Mazzani auch ein Poet. Der Pfarrer in seinem Heimatort war nicht nur ein guter Freund, sondern auch Nachbar – und er brachte bereits 1919 einen Sammelband mit seinen Gedichten heraus.

Dankesurkunde überreicht
Vor neun Jahren begann dann sein Urenkel, er hört auf denselben Namen, mit Nachforschungen. Über die italienische Botschaft in Wien stieß man auf Lokalhistoriker Franz Wiesenhofer. Dessen Buch „Leben hinter Stacheldraht“, das 2021 auch ins Italienische übersetzt wurde, gab den entscheidenden Hinweis.

Nach 104 Jahren konnten die Nachfahren von Enrico Mazzani sein Grab in Purgstall besuchen. „Es waren berührende Momente am Lagerfriedhof“, so Wiesenhofer. Die Familie überreichte ihm auch eine offizielle Dankesurkunde ihres Bürgermeisters für seine Bemühungen.

Thomas H. Lauber und Franz Crepaz, Kronen Zeitung

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