21.05.2022 22:37 |

„Hatten genug Waffen“

Asowstal: 78 Frauen unter Kriegsgefangenen

Unter den im Stahlwerk Asowstal in der Hafenstadt Mariupol in der Südostukraine gefangen genommenen Kämpfern sind laut den prorussischen Separatisten auch 78 Frauen. Die Verteidiger des Werks hätten auch „genug Waffen“ bei sich gehabt. Aus Russland heißt es indessen, dass man bereits mit Kiew über einen möglichen Gefangenenaustausch verhandle.

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Am Freitagabend hatte das russische Verteidigungsministerium die komplette Einnahme des über Wochen belagerten Stahlwerks am Asowschen Meer mitgeteilt. Nach Angaben aus Moskau kamen insgesamt 2439 ukrainische Soldaten seit dem 16. Mai in russische Gefangenschaft.

Auch Ausländer unter Gefangenen
„Sie hatten genug Nahrung und Wasser, sie hatten auch genug Waffen“, sagte der Chef der Donezker Separatisten, Denis Puschilin. „Das Problem war der Mangel an Medikamenten.“ Nach Angaben des Separatistenführers sind sechs ukrainische Kämpfer in dem Stahlwerk ums Leben gekommen, „als sie versuchten, Munitionsdepots vor ihrer Gefangennahme in die Luft zu sprengen“.

Puschilin zufolge sollen bei der Aktion auch Ausländer in russische Gefangenschaft gekommen. Eine konkrete Zahl nannte er zunächst nicht.

Wird Oligarch gegen Gefangene ausgetauscht?
Aussagen des prominenten russischen Außenpolitikers Leonid Sluzki zufolge ist ein möglicher Austausch der in Mariupol gefangen genommenen ukrainischen Kämpfer gegen den prorussischen Politiker Viktor Medwedtschuk im Gespräch. „Wir werden die Möglichkeit eines Austauschs von Medwedtschuk gegen die Asow-Kämpfer prüfen“, sagte Sluzki am Samstag der Agentur Interfax zufolge.

Der Politiker und Oligarch Medwedtschuk wiederum, der Mitte April festgenommen wurde, gilt als engster Verbündeter von Kremlchef Wladimir Putin in der Ukraine. Ihm werden in Kiew Hochverrat und Unterschlagung vorgeworfen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schlug bereits vor Wochen vor, ihn gegen ukrainische Gefangene auszutauschen.

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