19.01.2022 17:21 |

Neuer Schulzweig

Interesse an Pflegeberuf bei Jugendlichen da

Die Ferrarischule Innsbruck war mit der neuen Pflegeausbildung für 15-Jährige Vorreiter in Österreich. Im zweiten Jahr werden bereits 91 Jugendliche unterrichtet. Die „Krone“ sprach mit den Schülern Nicola Astner (17) und David Mair (16) über den „Traumberuf“ Pflege und ihre Bedenken zur viel diskutierten Pflegelehre.

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Etwas Soziales, etwas mit Medizin, etwas mit Menschen - so sah der Berufswunsch von Nicola und David vor einigen Jahren aus. Die Pflegebranche kam vorerst nicht in Frage, weil Ausbildungen erst ab einem Alter von 17 Jahren offenstanden. Das änderte sich 2020, als die Ferrarischule gemeinsam mit dem Ausbildungszentrum West (AZW) den ersten Pflegezweig für 15-Jährige entwickelte. Ein Modell, das mittlerweile in mehreren Bundesländern etabliert ist.

Nicola und David sind seit Beginn an dabei. „Es war eine gute Entscheidung. Mein Berufswunsch hat sich gefestigt. Ich möchte einmal in der Pflege arbeiten“, sagt die 17-jährige Nicola bestimmt. Auch David hat sich entschieden: „Pflege, das ist ein erfüllender Beruf.“

Zwei Jugendliche mit überraschend klaren Vorstellungen und überraschend großer Sympathie für ein Berufsfeld, das gemeinhin als emotional sehr fordernd bis belastend angesehen wird. „Viele junge Menschen interessieren sich für die Pflege, zweigen aber in ein anderes Feld ab, weil es kaum Ausbildungsmöglichkeiten für die Altersgruppe 14 bis 17 gibt“, stuft Lehrerin Valentina Löffler das neue Schulmodell als zukunftsweisend ein.

Dreieinhalb Jahre mit Praxisblock im AZW
Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung. Sie wird mit einem halben Jahr Praxisblock im AZW abgeschlossen. Wichtig sei, betont Manfred Jordan, Direktor der Ferrarischule, dass die Jugendlichen neben dem Pflegeschwerpunkt auch eine kaufmännische Ausbildung genießen: „So müssen sie sich nicht sofort festlegen. Mit dem Abschluss stehen ihnen viele Wege offen.“ Ein Argument, das unter anderem auch für Nicola und David bei der Schulwahl sehr entscheidend war.

„Mit 15 ist man wohl zu jung für eine Pflegelehre“
Seit Jahren wird in Österreich über eine Pflegelehre diskutiert. Tirols Gesundheits-Landesrätin Annette Leja wünscht sich ein baldiges Pilotprojekt. Viele Fachleute sind skeptisch, weil sie 15-Jährige für zu wenig reif halten. Wie sehen das Nicola, David und ihre Lehrerin? „Mit 15 ist man wohl noch zu jung für eine Pflegelehre“, meint David. In der Schule könne der wichtige theoretische Unterbau viel umfassender vermittelt werden, ist der 16-Jährige überzeugt. Nicola hätte sich eine Lehre durchaus vorstellen können und hat sich das Modell in Deutschland angesehen. Jetzt ist sie aber froh, „dass ich in der Schule nicht sofort mit der Praxis beginnen musste“.

Eine gewisse Reife sei notwendig, beurteilt Lehrerin Löffler die Lehre kritisch: „Es ist zu früh für so eine große Verantwortung. In der Schule sind die Jugendlichen nie alleine. Sie brauchen kontinuierliche Betreuung. Ob das in Betrieben gelingt, ist fraglich.“

Am Freitag (21.1.) findet ein virtueller Info-Tag der Ferrarischule Innsbruck statt (16-20 Uhr). Alle Details dazu: www.ferrarischule.at

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