04.01.2022 07:00 |

Brettspiele im Trend

Warum wir immer verspielter werden

Die Brettspielbranche erhielt zuletzt einen ordentlichen Schub. Auch wegen neuer Trends: Fälle lösen und Rollen einnehmen gefällt Jungen und Älteren. Ludovico, ein Grazer Spieleverleih, kennt die Vorlieben der Steirer.

Klassiker wie Schnapsen und Schach gehören längst nicht mehr allein zum Repertoire der Erwachsenen-Spiele – die oft zu Hause verbrachte Corona-Zeit ließ Alt und Jung wieder „verspielter“ werden: „Personen um die 40 Jahre, die früher am Computer schon spielten, setzen immer öfter auf Gesellschaftsspiele“, beobachtet Sarah Ulrych, Geschäftsführerin von Ludovico Graz, wo Spiele verliehen werden.

In verschiedene Rollen schlüpfen
„Eine Art Trend sind sogenannte Exit-Spiele“ – gemeinsam löst man Fälle. „Auch kooperative Spiele boomen.“ Bei diesen verfolgt man ein gemeinsames Ziel und spielt nicht gegeneinander. „Das ist ideal für die ganze Familie mit Kinder allen Alters.“ Besonders attraktiv für die Kleinen seien laut Ulrych zudem Rollenspiele: „Die gibt es zwar schon seit den 70er-Jahren, sie erleben nun aber einen zweiten Frühling.“ Auch Würfeln ist nach wir vor hoch im Kurs.

Steigende Nachfrage nach Single-Spielen
Generell sei Spielen in den Familien wieder mehr angekommen. Das bemerke auch die Branche: „In den letzten Jahren gab es einen Aufschwung von bis zu 30 Prozent!“ Im deutschen Raum gibt es mittlerweile bis zu 100 Neuerscheinungen jährlich. Dem Bedarf an Spielen für Singles ist zudem vermehrt nachgekommen worden: „Viele Spiele wurden umfunktioniert, um sie auch alleine genießen zu können.“ Probleme gab es zuletzt, wie in anderen Bereichen, mit den Lieferketten.

„Suchen nach Abwechslung“
Trends machen sich auch im Verleih bemerkbar, viele wollen sich nicht mehr nur mit „Siedler von Catan“ oder „Scrabble“ begnügen. Obwohl der Wortlege-Klassiker im Ludovico am meisten überhaupt ausgeborgt wird: „Weil wir es seit 1986 anbieten und unsere Kunden oft dazu greifen, was sie kennen.“ „Monopoly“ oder „Das verrückte Labyrinth“ sind weitere Dauerbrenner. 3900 verschiedene Spiele bietet das Kinderparadies derzeit.

Plastik ist out
Gesellschaftsspiele besitzen außerdem nicht zu unrecht ihren Namen: „Spiele sind ein Spiegel unserer Gesellschaft.“ Hersteller setzen zum Teil bereits inhaltlich auf Öko-Spiele oder auf Natur-Materialien. Ulrych weiß: „Plastik-lastige Ausgaben der 1980er sind mittlerweile out.“

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