16.12.2021 06:07 |

„Krone“-Kolumne

Kamelbuckel: Da setzt dich nieder

„Krone“-Reporter Georg Fraisl schreibt in seiner Kolumne über die Rennen in Gröden.

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„Ja?!? Was macht denn der Teifl?“ - Vincent Kriechmayr riss die Augen beim Interview weit auf und versetzte den Mann hinterm Mikro in ratloses Staunen. Der Doppelweltmeister hatte während der Wortspende fürs Ö3-Radio die Fahrt seines Teamkollegen Daniel Danklmaier auf der großen Vidiwall im Zielraum der Saslong verfolgt. Und als Danklmaiers Ski fast überkreuzten, stockte bei „Vinc“ der Atmen. Der „Teifl“ freilich überstand die Schrecksekunde aber schadlos.

So wie auch Matthias Mayer im Ziel über seine Einlage auf den Kamelbuckeln gelassen lächeln konnte. Er kam beim Sprung über die berühmteste Stelle der Grödener Abfahrt in Rückenlage, saß bei der Landung fast auf seinen Skiern und kam ohne große Hektik aus der Extrem-Kniebeuge wieder hoch.

„Die Sicht war schlecht, ich habe die Absprungkante nicht gesehen, war dann vom Sprung ein bissl überrascht. Hat aber wilder ausgesehen, als es war“, wischte „Mothl“ die Gefährlichkeit der Situation einfach vom Weltcup-Tisch. Na ja.

Sechs Jahre ist es her, da brach sich der Kärntner bei einem Horror-Crash im Abfahrtsrennen auf der Saslong zwei Brustwirbel. Der negative Höhepunkt einer sehr durchwachsenen Beziehung des Doppel-Olympiasiegers mit Gröden.

In 18 Rennen auf der klassischen Strecke unterm Langkofel schaffte es Mayer bislang nur ein einziges Mal auf das Podest. Dritter bei einem Super-G im Dezember 2017 - in der Abfahrt war Platz 7 (2014) bis dato das höchste der Gefühle.

Nach dem Sieg in Lake Louise und Rang 2 in Beaver Creek geht Mayer aber diesmal zumindest als Co-Favorit ins Rennen. Und da bringt den passionierten Schachspieler auch der 20. Trainingsplatz mit 2,29 Sekunden Rückstand auf den Trainingsschnellsten Ryan Cochran-Siegle nicht aus der Fassung. Die gestrige Linie des Amerikaners in der Ciaslat-Wiese hat ihn beeindruckt: „Die möchte ich gerne nachfahren.“

Entschieden hat „Mothl“ auch sein Advent-Programm: Kein Start bei den Riesentorläufen in Alta Badia, Kraft sparen für Bormio.

Georg Fraisl
Georg Fraisl
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