Ältere Arbeitslose

50plus: Stadt zahlt kompletten Job für halbes Jahr

Der Arbeitsmarkt hat sich im Sommer schrittweise von der Corona-Krise erholt. Sehr schwer ist aber die Jobsuche für die Über-50-Jährigen. Die Stadt Wien legt ein Jobpaket auf.

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Ende November gab es 144.189 Wiener, die entweder auf Jobsuche oder in Schulungen waren. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein deutlicher Rückgang: Im November 2020 waren es noch 173.295 Personen. Ganz ist die Krise aber nicht überwunden. Im November 2019 – also vor der Corona-Pandemie – lag die Zahl mit 137.239 noch etwas niedriger. Die Stadt legt deshalb ein Arbeitsmarktpaket vor.

Ausbau des Programms für ältere Arbeitslose
Weniger stark zurückgegangen ist die Arbeitslosigkeit etwa bei der Gruppe der Über-50-Jährigen. Ende November dieses Jahres hatten 36.461 Personen aus dieser Gruppe keinen Job. Der Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit lag bei 25,3 Prozent. Zugleich ist das Risiko einer Langzeitarbeitslosigkeit wesentlich höher.

Um gegenzusteuern, verlängern die Stadt und das AMS Wien die Joboffensive 50plus bis Ende 2022. Stellt eine private Firma einen Über-50-Jährigen ein, der davor mindestens ein Jahr arbeitslos war, gibt es 100 Prozent Förderung für die ersten sechs Monate. Für die nächsten sechs Monate sind es zwei Drittel. Die geförderten Stellen werden von 1750 auf 2000 erhöht.

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Die Joboffensive 50plus ist das attraktivste Angebot für private Unternehmen in ganz Österreich. In den ersten sechs Monaten gibt es 100 Prozent Förderung und weitere sechs Monate noch zwei Drittel.

Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ)

„Das ist uns viel Geld wert“, unterstreicht Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ). Bisher haben übrigens 1240 ältere Arbeitnehmer über die Joboffensive 50plus eine neue Arbeitsstelle erhalten. Zugleich stockt die Stadt die Mittel um 4,1 Millionen Euro auf insgesamt 19 Millionen Euro auf.

Mehr Fachkräfte und Lehrlingsverbund
Das Paket beinhaltet noch weitere Initiativen: Um Fachkräfte heranzubilden, wird mit dem AMS das Programm „Jobs PLUS Ausbildung“ umgesetzt. Es warten Ausbildung und fixe Jobzusage. Die Stadt baut daher bis 2022 die Aktion um 1700 auf 3000 Plätze aus. In die Erweiterung werden sechs Millionen Euro investiert.

Auch der Lehrlingsausbildungsverbund „Corona Wien“ wird verlängert. Bisher haben dort 206 junge Menschen in 40 Betrieben der Hotellerie und Gastronomie ihre Lehre trotz wiederholter Corona-Schließungen fortsetzen können. Insgesamt 2,8 Millionen Euro werden dafür von der öffentlichen Hand zur Verfügung gestellt.

250 Talente gesucht
Autozulieferer Bosch sucht 250 Techniktalente am Wiener Standort Elektrifizierung, Digitalisierung und Vernetzung im Fahrzeug schreiten rasant voran. Die Autoindustrie bleibt Konjunkturmotor, auch wenn sie einen gewaltigen Neustart vor sich hat. Derzeit tüfteln 750 Techniker am Wiener Standort des Kfz-Zulieferers Bosch an Software- und Hardware-Lösungen für sämtliche Antriebsarten im Bereich der vernetzten Mobilität. Dazu zählen beispielsweise das automatisierte Fahren oder das schlüssellose Fahrzeugzugangssystem „Perfectly Keyless“, wo das Smartphone als digitaler Autoschlüssel fungiert.

„Und wir sind weiterhin auf der Suche nach den besten Köpfen. Allein im Wiener Entwicklungsbereich wollen wir bis Ende 2022 zusätzlich 250 Ingenieure einstellen und damit innerhalb eines Jahres um ein Drittel wachsen“, erklärt Helmut Weinwurm, Boss der Robert Bosch AG. Die Beschäftigten werden mit flexiblen Arbeitszeitmodellen, der Möglichkeit zum Homeoffice und eingearbeiteten freien Fenstertagen unterstützt. 

Martina Münzer-Greier
Martina Münzer-Greier
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