Missbrauchs-Causa

OÖ: Wirbel um Abschiedsbrief von Bürgermeister

Oberösterreich
03.11.2021 07:00

Nach der nicht rechtskräftigen Verurteilung wegen Vergewaltigung und sexueller Belästigung zu siebeneinhalb Jahren Haft gab der Bürgermeister von Scharten (OÖ) Anfang Oktober seinen Rücktritt bekannt. Nun verfasste er auf Gemeindekosten einen Abschiedsbrief, der erneut für Wirbel sorgt.

Gegenüber Medien schweigt Jürgen Höckner (ÖVP) beharrlich. Ein starkes Mitteilungsbedürfnis dürfte er dennoch haben. Drei Wochen nach der Bekanntgabe seines Rücktritts meldete er sich, wie bereits im Juni, auf Kosten der Gemeinde mit einer Sonderausgabe der Schartner Gemeindenachrichten zu Wort. Auf zwei Seiten schildert er seine Sicht der Dinge zum Urteil des Landesgerichts Wels.

In der Sonderausgabe der Schartner Gemeindenachrichten wendet sich der zurückgetretene ÖVP-Ortschef Jürgen Höckner ein letztes Mal an die Gemeindebürger. (Bild: HERMANN WAKOLBINGER)
In der Sonderausgabe der Schartner Gemeindenachrichten wendet sich der zurückgetretene ÖVP-Ortschef Jürgen Höckner ein letztes Mal an die Gemeindebürger.

Wie berichtet, soll Höckner zwischen 2014 und 2016 eine Mitarbeiterin zweimal sexuell belästigt und dreimal vergewaltigt haben. Dafür fasste er siebeneinhalb Jahre Haft aus. Das Urteil ist nicht rechtskräftig und laut Höckner „unfassbar“. Weiters bittet der gefallene Bürgermeister um Verständnis, dass er sich nicht entschuldigt: „Denn ich habe nichts Unrechtes getan“, so der ÖVP-Politiker.

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„Die Zeit wird zeigen, ob es leichter ist, eventuell für viele Jahre unschuldig ins Gefängnis zu gehen oder für den Rest des Lebens mit der Gewissheit zu leben, einen Menschen existenziell vernichtet zu haben.“

Jürgen Höckner in den Schartner Gemeindenachrichten

Er bedankt sich bei Ehefrau Ursula und Sohn Philipp, die sehr unter der Situation leiden sollen. Beide geben ihm aber Kraft und Rückhalt, damit er nicht aufgibt. Daran denke er eh nicht. Abschließend meint er: „Die Zeit wird zeigen, ob es leichter ist, eventuell für viele Jahre unschuldig ins Gefängnis zu gehen oder für den Rest des Lebens mit der Gewissheit zu leben, einen Menschen existenziell vernichtet zu haben.“

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