08.10.2021 17:55 |

„Wolfsrudel“ im Visier

Rechtsextremismus-Verdacht bei Bundeswehr-Garde

Die deutsche Bundeswehr wird erneut von einem Rechtsextremismusskandal erschüttert. Im Blickpunkt sei eine Gruppierung innerhalb der 2. Kompanie, die sich „Wolfsrudel“ nenne. Die Kompanie, die sonst etwa Staatsgästen militärische Ehren erweist oder bei staatlichen Festakten auftritt, wurde von diesen Aufgaben entbunden. Dem Verdacht werde „mit aller Härte“ nachgegangen, schrieb das Verteidigungsministerium auf Twitter und zeigte sich zutiefst beschämt.

Einem Bericht des Ministeriums an die Obleute der Parteien im Bundestag zufolge, der dem „Spiegel“ vorliegt, hat ein Angehöriger der 2. Kompanie die Vorgänge angezeigt, ein weiterer sie inzwischen als Zeuge bestätigt. Der Vorwurf: Sechs Soldaten sollen sich zu dem „Wolfsrudel“ zusammengeschlossen haben.

Rechtsextremes Verhalten, entwürdigende Rituale
„Innerhalb dieser Gruppe geht es um rechtsextreme Verhaltensweisen wie beispielsweise das Tragen eines T-Shirts mit einer abgebildeten Schwarzen Sonne und der Aufschrift auf der Vorderseite ,Sonnenstudio 88‘ und auf der Rückseite ,Wir sind braun‘ sowie die Bezeichnung asiatisch stämmiger Kameraden als ,Fidschi‘ oder ,Schlitzauge‘“, heißt es. Die Zahl 88 wird in rechtsextremen Kreisen als Zeichen für den verbotenen Hitlergruß benutzt.

Auch entwürdigende Aufnahmerituale sowie Verstöße gegen die sexuelle Selbstbestimmung wie durch Anurinieren unter der Dusche, Faustschläge gegen die Leber, Anzünden von Körperteilen mit Feuerzeug oder Zigarette oder durch ins Gesicht gehaltene Genitalien werden angeführt.

Soldat mit Kontakten zu Identitären
Zuletzt hatte der Kontakt eines Soldaten des Wachbataillons zur Identitären Bewegung für Schlagzeilen gesorgt. Das Ministerium machte nun auch bekannt, dass sich in diesem Jahr ein Mannschaftssoldat des Bataillons in der Wehrmachtsuniform eines Kameraden habe fotografieren lassen. Beiden sei die Ausübung des Dienstes untersagt worden.

Das Wachbataillon zählt knapp 1000 Soldaten. Die SPD-Wehrbeauftragte Eva Högl besuchte die Männer und Frauen am Freitag und sagte danach, sie habe „einen guten Eindruck“ von den Ermittlungen. „Bisher gibt es keine Bestätigung einer verfestigten rechtsextremen Gruppe innerhalb des Wachbataillons“, teilte Högl mit.

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