04.10.2021 09:30 |

In der Steiermark

Viele Abmeldungen: Verliert Schule ihre Kinder?

Die Vielfalt des Lebens ist an Gemeinschaft gekoppelt und spielt sich auch in der Schule ab. Direktor Kurt Adlgasser versucht an seiner Mittelschule in Paldau genau das all jenen zu vermitteln, die ihre Kinder aufgrund der regelmäßigen Corona-Tests von der Schule abgemeldet haben. Diese Schule ist leider kein Einzelfall.

Natürlich gibt es immer etwas zu meckern. Strenge Lehrer, zu viele Hausaufgaben und nervige Sitznachbarn. Denkt man an seine eigene Schulzeit zurück, überwiegen dann meistens doch die schönen Erinnerungen an Klassenausflüge, die ersten Freundschaften oder irgendeinen Blödsinn, den man angestellt hat. „Das sind alles Dinge, die jene Kinder, die von der Schule abgemeldet wurden, gerade nicht erleben können“, sagt Kurt Adlgasser nachdenklich. Er ist Direktor der Mittelschule von Paldau, wo Schüler sehr engagiert betreut werden.

„Obwohl die Eltern durch das Homeschooling gesehen haben, was Pädagogen leisten, ist die Anzahl der abgemeldeten Schüler mit sieben von 119 schulpflichtigen Kindern relativ hoch“, sagt Adlgasser. Mit der Schule selbst wären die Familien absolut zufrieden, zurückzuführen sei das nur auf das regelmäßige Testen. Doch gerade diese wichtige Maßnahme mache die Schule zu einem sicheren Ort, bestätigt der Direktor.

Abgemeldete wieder angemeldet
An diesem Ort in der Südoststeiermark hat man es zumindest geschafft, fünf der sieben abgemeldeten Kinder wieder zurückzugewinnen. Was das genau bedeutet? Nun, diese Schüler werden außerschulisch mit analogen und digitalen Lernmaterialien von den Lehrern der Mittelschule Paldau versorgt. „Wir konnten diese Familien in aufklärenden Gesprächen überzeugen, den häuslichen Unterricht zu wählen“, so Adlgasser stolz. So würde der Kontakt nicht komplett abbrechen. „Ich will damit sagen, dass es Möglichkeiten gibt, die Kinder nicht zu verlieren.“ Mit individueller und persönlicher Beurteilung versucht man die Verbindung zu stärken.

„Unsere Lehrer sind extrem bemüht. Und wenn es Sticker sind, die sie zur Motivation auf erledigte Arbeitsaufträge kleben“, lobt der Direktor die Kollegen. Dennoch kämen wertvolle Erfahrungen abhanden und soziale Kontakte blieben auf der Strecke. Adlgasser hofft, dass diese Schüler irgendwann wieder zurückkommen, denn die Buntheit der Schule, die gibt es in den eigenen vier Wänden nicht.

Kristina Riegebauer

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