01.10.2021 20:15 |

Beispiel Aflenz

Sehnsucht nach dem Land: Bauflächen heißt begehrt

Spätestens seit der Covid-Pandemie ist klar geworden: Ländliche Gegenden mit guter Infrastruktur können die Abwanderung stoppen, ja sie verzeichnen sogar teils kräftigen Zuzug. Und das nicht nur im Grazer Speckgürtel, wie ein „Krone“-Lokalaugenschein in der obersteirischen Gemeinde Aflenz bestätigt.

Ärzte, Bäckerei, Büchereck, Fleischerei, Sportgeschäft, Schule, Kindergarten und Gastronomie - all das gibt es in Aflenz. Die Einwohner- und Geburtenzahlen in der Gemeinde entwickeln sich positiv. „Die Kinder-Zahl steigt“, sagt Bürgermeister Hubert Lenger. „Haben wir in der Vergangenheit circa 20 Geburten pro Jahr gehabt, so liegen wir aktuell bei 24.“

KTM-Chef Stefan Pierer investiert kräftig im Ort
In den letzten zwei Jahren - und speziell im vergangenen Dreivierteljahr - habe sich laut Lenger die Nachfrage nach Wohnungen oder Häusern rasant entwickelt. „Momentan ist das Interesse an Bauflächen und Wohnungen massiv. Sicherlich spielt da auch das Engagement von Stefan Pierer (Vorstandsvorsitzender von KTM, Anm.) mit dem Neubau von Wohnungen, Geschäfts- und Ordinationsflächen eine Rolle, das tut uns gut.“

„Wir wollen keine Schlafdörfer!“
Gab es in den letzten drei Jahren insgesamt rund 15 Immobilienanfragen, ist diese Zahl zuletzt auf 29 gestiegen. Wobei ein Großteil der Interessierten von außerhalb und nur etwa 20 Prozent aus der Gemeinde kommen. Aktuell sei gerade die Umwidmung von Gemeindeflächen für etwa 40 bis 50 Bauparzellen im Laufen.

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Wir wollen ganz klar Hauptwohnsitze und keine Schlafdörfer, wie es sie in Tirol gibt

Hubert Lenger

Dabei spielt natürlich auch die Frage nach Haupt- und Nebenwohnsitzen eine wichtige Rolle, und Lengers diesbezügliche Position ist klar: „Was die neuen Flächen betrifft, werden wir mit den Nebenwohnsitzen sehr sparsam umgehen. Wir wollen ganz klar Hauptwohnsitze und keine Schlafdörfer, wie es sie in Tirol gibt.“

Zuzug vor allem junger Familien
Vor allem Jungfamilien ziehen nach Aflenz. Der Bürgermeister hofft, die aktuelle Zahl von mehr als 2450 Bewohnern mittelfristig auf 2600 bis 2800 steigern zu können. Der positive Trend habe sich vor allem in Aflenz Kurort spürbar gemacht: War die Stimmung vor mehreren Jahren noch „extrem niedergedrückt und so richtig zäh, hat sich das jetzt umgedreht. Die Spirale nach unten ist gestoppt.“

Das Traumhaus entsteht
Ein Lokalaugenschein hat uns zu Silvia und Christian Recklies und ihren Kindern geführt: Auf dem vor zweieinhalb Jahren gekauften, etwas über 1000 m2 großen Grundstück ist eben das Fundament fertig gestellt worden. Christian ist freiberuflicher Kulturschaffender und hat sich zum Ziel gesetzt, am Bau des Hauses weitestgehend selbst mitzuwirken: „Alles, was ich nicht kann, lasse ich mir zeigen und mache es dann: Innenausbau, Terrasse, Vertäfelung. Hält der Plan, wollen wir im März fertig sein.“

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Die Stimmung war vor einigen Jahren extrem niedergedrückt und so richtig zäh, jetzt hat sich das umgedreht. Die Spirale nach unten ist gestoppt.

Hubert Lenger

Das Grundstück liegt unweit des Ortszentrums unterhalb des Waldes an einem Wiesenrand, der Blick geht in die Natur und auf Aflenz - einer familienfreundlichen Zukunft steht hier wohl nichts im Wege.

Peter Bernthaler, Kronen Zeitung

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