29.09.2021 11:00 |

Betroffene verärgert

Bausperre rund um große Ställe sorgt für Stunk

Das Haus gibt es seit Jahrzehnten, nun soll es umgebaut und erweitert werden - doch das ist nicht möglich, weil es in der Nähe eines großen Stalles steht. Seit zehn Jahren sieht das steirische Raumordnungsgesetz solche Einschränkungen vor und verärgert damit viele Besitzer, wie eine hundertfach unterzeichnete Petition verdeutlicht. Jetzt sehen Betroffene die große Chance auf eine Änderung.

Etwa 200 Meter steht sein Haus von einem Schweinestall entfernt, erzählt ein betroffener Südsteirer der „Krone“. Als er ein Stockwerk aufsetzen sollte, war das zunächst nicht möglich. Der Grund: Das Haus liegt in der Geruchs-Schutzzone rund um den Stall.

Dort gelten strenge Regeln. Der Hintergrund: Häufig kommt’s zu Konflikten zwischen Bauern und Anrainern. Stichwort: Gestank. Um Zündstoff rauszunehmen, wurde 2010 das Gesetz geändert. Rund um Ställe sind keine Neubauten mehr erlaubt, Um- und Zubauten von bestehenden Gebäuden sehr stark eingeschränkt.

Neos meinen: „Das ist völlig absurd“
„Dass Steirer ihr eigenes Eigentum nicht einmal kleinteilig verändern dürfen, ist völlig absurd“, meint Neos-Klubobmann Niko Swatek. Seine Partei hat nun im Landtag beantragt, Zu-, Um- und Neubauten in den Schutzzonen wieder zu erlauben - für Gebäude, die bereits vor dem Jahr 2010 bestanden.

Neues Gesetz bis Jahresende geplant
Der Zeitpunkt ist günstig, wird doch gerade an einer Novelle des Raumordnungsgesetzes gearbeitet. Bis Jahresende soll sie fertig sein. „Dabei ist auch das gedeihliche Miteinander von Landwirtschaft und Gesellschaft ein wesentliches Thema“, betonen Umweltlandesrätin Ursula Lackner und Agarlandesrat Hans Seitinger.

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Es hat viel Kraft gekostet, alle Stellen davon zu überzeugen, dass ein Umbau auf niemanden negativen Auswirkungen hat.

Ein betroffener Steirer

„Es hat viel Kraft gekostet“
Derzeit brauchen Betroffene einen langen Atem: „Es hat viel Kraft gekostet, alle Stellen davon zu überzeugen, dass ein Umbau auf niemanden negativen Auswirkungen hat“, so der Südsteirer. Geholfen hat auch der Bauer: Dieser hat nun weniger Schweine im Stall, die Schutzzone wurde reduziert. 

Jakob Traby
Jakob Traby
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