03.05.2021 11:40 |

Fest für Sci-Fi-Fans

„Returnal“ auf der PS5 ist zum Sterben schön!

Mit dem Science-Fiction-Shooter „Returnal“ haben Sony und der finnische Entwickler Housemarque einen der ersten großen Exklusiv-Kracher für die PlayStation 5 (PS5) veröffentlicht. Als in einer Zeitschleife gefangene Astronautin Selene erkundet der Spieler darin den todbringenden Planeten Atropos voll blutrünstiger Fauna, mysteriöser Alien-Ruinen und Psycho-Horror-Schockmomenten. Wir sind mit Selene in den Kampf gezogen und finden: Das ist zum Sterben schön!

Muss es auch sein, denn das Sterben ist in „Returnal“ nicht nur Strafe für unvorsichtiges Vorgehen, sondern zentrale Spielmechanik: Selene startet nach jedem Tod ganz am Anfang des Spiels und darf fast keine der zuvor freigeschalteten Gegenstände mit in den nächsten Lauf nehmen. Nur eine Handvoll permanente Upgrades und das aus dem gescheiterten Durchlauf gewonnene Wissen darf man mitnehmen, alles andere muss man neu sammeln und freischalten. Immerhin: Einmal besiegte Bosse kann man später umgehen.

Frustresistenz und Glück gefragt
Das Spielprinzip verlangt trotzdem eine gewisse Frustresistenz, weil der Erfolg auch glücksabhängig ist. Findet man in einem Durchlauf keine guten Waffen und Upgrades, stehen die Chancen gut, dass man am nächsten Boss scheitert und wieder ganz von vorn anfangen muss. An Abwechslung mangelt es zum Glück trotzdem nicht: Die Levels werden am Beginn jedes Durchlaufs nach dem Baukastenprinzip neu arrangiert. Auch Gegner und Item-Verstecke variieren, sodass jeder Versuch ein neues Abenteuer wird.

Sogar Power-ups können tödlich sein
„Returnal“ ist kein einfaches Spiel, überall lauern todbringende Gegner und fiese Fallen. Als Spieler muss man permanent Risiken abwägen, sogar bei der Nutzung von Upgrades. Die sind mitunter in Truhen versteckt, die dem Spieler beim Öffnen einen Debuff bescheren, den er durch das Erfüllen gewisser Aufgaben wieder abschütteln muss. Was zuerst aussieht wie ein praktisches Upgrade kann so auch den gegenteiligen Effekt haben.

Flottes Gameplay ohne Munitionsknappheit
Spielerisch ist „Returnal“ ein rundes Ding geworden: Astronautin Selene steuert sich schön flott und präzise durch die Schlauchlevels mit zahlreichen Schatzkammern und verborgenen Geheimnissen. Beim Ballern hat man keine Munitionsknappheit zu befürchten, Waffen können aber überhitzen und bieten Spezialschüsse mit langer Aufladezeit, die man mit Bedacht einsetzen sollte. Nahkampf-, Enterhaken- und Teleportations-Tricks erweitern mit der Zeit das Aktionsrepertoire, auch die Upgrades spielen eine wichtige Rolle, bringen mehr Lebenspunkte, Waffen-Verbesserungen und Waffenschaden. Verschiedene Schwierigkeitsgrade gibt es nicht, wohl aber eine Zielhilfe für Neulinge in Sachen Konsolen-Shooter.

Düstere Levels mit bunter Baller-Lightshow
Grafisch ist „Returnal“ ein echter Hingucker. Während die Levels düster gehalten sind, geizen die Entwickler nicht mit coolen Partikeleffekten und bunten Waffenanimationen, dazu gibt es scharfe und detailreiche Landschaften, lebensechte Animationen und realistische Mimik bei Heldin Selene. Sogar grafische Leckerbissen wie Raytracing und volumetrischen Nebel hat man eingebaut. „Returnal“ läuft dabei in hochskalierter 4K-Auflösung bei 60 Bildern pro Sekunde, bietet also die für einen schnellen Shooter notwendige Flüssigkeit - und trieft vor Atmosphäre.

Dichte Science-Fiction-Atmosphäre
Dazu tragen die liebevoll gestalteten Umgebungen mit alten Alien-Ruinen, bizarren extraterrestrischen Wäldern mit tentakelbewehrten Kreaturen, giftspeienden Fledermäusen und allerlei anderen Schrecken ebenso bei wie die an Sci-Fi-Streifen wie „Alien“ oder „Prometheus“ erinnernden teils aus Fleisch und Blut gefertigten Technologien, die man im Spiel findet. Der Soundtrack untermalt all das dezent, hebt im Kampf die Spannung hervor und gibt der Geräuschkulisse der Spielwelt Raum, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Interessante Story zum Selber-Erkunden
Der Zeitschleifen-Aspekt und die psychische Belastung für Selene wurde nachvollziehbar eingebaut und trägt viel zur Story bei. Erzählt wird diese stark nach dem „Dark Souls“-Prinzip mit in der Spielwelt verteilten Hinweisen, Alien-Artefakten und Item-Beschreibungen. Die mysteriöse und mit gut gemachten Psycho-Horror-Momenten angereicherte Handlung verlangt also vom Spieler, sich mit der Welt von „Returnal“ auseinanderzusetzen. Wer sich darauf einlässt und auch nur im Ansatz Fan von Science-Fiction-Stoff ist, wird sehr gut unterhalten.

PS5-Controller wird großartig eingebunden
Eine besondere Spezialität von „Returnal“ ist die Einbindung des PS5-Controllers mit seinen adaptiven Triggern und dem hochpräzisen Rüttelmotor. Er stellt im Spiel sogar Regentropfen dar, die auf Selenes Anzug prasseln und liefert sehr gutes Waffen-Feedback. Die adaptiven Trigger nutzt man für die verschiedenen Feuermodi: Leichter Druck sorgt für Standardschüsse, stärkerer für Spezialangriffe. Wer damit nicht zurechtkommt, kann die Steuerung aber frei anpassen.

Für Langzeitmotivation sorgen wiederkehrende Herausforderungen und eine an „Dark Souls“ erinnernde Online-Komponente, bei der man in der Spielwelt die Leichen anderer Spieler findet und sich ansehen kann, wie sie gestorben sind. Eine nette Dreingabe, die gut in das Zeitschleifen-Szenario passt.

Fazit: „Returnal“ ist keine seichte Schießbude, sondern ein beinhartes und atmosphärisch dichtes Action-Erlebnis, das jeden Fehler erbarmungslos bestraft und eine gewisse Frustresistenz erfordert. Opulent inszeniert und auf großartige Art und Weise mit dem PS5-Gamepad verzahnt, hat Housemarque ein Spielerlebnis geschaffen, bei dem man zwar unzählige Tode stirbt, aber trotzdem kaum den Controller aus der Hand legen will.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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