03.05.2021 07:00 |

Wertvolle Tipps

Richtige Pflege zu Hause: Training mit den Profis

133.000 Steirer kümmern sich tagtäglich um ihre pflegebedürftigen Angehörigen. Im Trainingszentrum der GGZ der Stadt Graz gibt es theoretische und praktische Hilfe

Acht von zehn Pflegebedürftigen werden im häuslichen Umfeld durch Angehörige versorgt. Die meisten pflegenden Angehörigen sind zwischen 55 und 69 Jahre alt. Und sie berichten häufiger von reduziertem Wohlbefinden und psychischen Belastungen. Hilfe bietet da das Albert Schweitzer-Trainingszentrum der Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz an. Dort gibt es eine in Österreich einzigartige altersgerechte, technikunterstützte Musterwohnung, in der in kleinen Gruppen simulationsbasiertes Lernen (praktisches Üben mit vielen Beispielen) von und mit den Pflege-Experten angeboten wird.

Fünf verschiedene Kurse gibt es, der Basiskurs ist sogar kostenlos, neu ist „Sicher und fit zu Hause“. Hunderte haben von diesem Angebot schon profitiert. „Viele besuchen auch mehrere Kurse“, sagt eine der Leiterinnen, Kerstin Löffler.

Wie schaut der typische Kursteilnehmer aus? „Da ist alles dabei“, erzählt Co-Leiterin Anna Jerusalem, „Kinder, Eltern, Nichten, Enkel. Aber zu 60 Prozent sind es Frauen, da sie ja auch den Hauptpart in der häuslichen Pflege tragen.“

So profitieren die pflegenden Angehörigen

„Neben den praktischen Tipps und Tricks gibt es bei uns auch Beratungen zu Rechtsfragen, finanziellen Dingen, zudem sind wir mit einem großen Expertenteam vernetzt, um auch wirklich alle Beratungsbereiche abdecken zu können“, betont Löffler. Die häufigsten Fragen gibt es zu einer adäquaten Einrichtung und rund um die Körperpflege. Oft bringen schon Kleinigkeiten wie eine Sitzerhöhung am WC oder eine Sockenanziehhilfe große Wirkung. Die größte Unterstützung geben sich die Kursteilnehmer aber selbst. „Bei Gesprächen mit anderen Betroffenen hören und spüren sie, denen geht es gleich wie mir“, sagt Kursleiterin Annalena Unterwaditzer. Daraus sind sogar schon viele Freundschaften oder Whats-App-Gruppen entstanden.

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„Kommen Sie rechtzeitig. Haben Sie keine Hemmungen, Hilfe in Anspruch zu nehmen.“

Expertentipp für Angehörige

Über die gehörten Geschichten und Schicksale könnten die Damen Bücher schreiben, ab und zu gibt es auch was zum Schmunzeln - da war etwa ein 90-Jähriger, der einen Computerkurs besuchte, weil er endlich lernen wollte, eine Mail zu verschicken. Aber vieles geht ganz tief unter die Haut. Eine Kursteilnehmerin war dreifache Mama, sie pflegte ihre demenzkranke Mutter, dann wurde noch ihr Mann nach einem Unfall zum Pflegefall. Und arbeiten muss sie auch noch gehen. . .

Die Expertinnen betonen am Ende auch: „Hut ab vor jedem, der einen Angehörigen pflegt.“

Michael Jakl
Michael Jakl
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