Exekutiv-Odyssee

Polizei kauft Räuber Geständnis nicht ab – und liegt falsch…

Steiermark
07.01.2011 15:38
Zweimal - zu Jahresbeginn und am 5. Jänner - hat ein psychisch kranker Niederösterreicher Kärntner Polizisten erzählt, dass er in Graz eine Frau überfallen habe. In beiden Fällen glaubte ihm das allerdings vorerst niemand - bis das Erhebungsergebnis aus Graz eintraf. Der 39-Jährige soll tatsächlich einen Raub begangen haben...

Am 1. Jänner hatte der 39-Jährige gegenüber der Polizei Selbstmordabsichten geäußert. Bei der Überstellung in eine Klagenfurter Klinik schilderte er den Uniformierten, dass er in Graz eine betagte Frau überfallen und beraubt hätte - doch das glaubte ihm niemand.

Erst als der Verdächtige sein Geständnis mehrmals wiederholte, wurden dann doch die Grazer Kollegen informiert. Leider wurde der Niederösterreicher aus der Klinik entlassen, noch bevor folgende Antwort aus Graz eintraf: dass am 27. Dezember gegen 16 Uhr ein Mann vor dem Urnenfriedhof eine 80-Jährige überfallen und ihr etwa 100 Euro geraubt hatte.

Verdächtiger "sitzt" nun in Graz
Am 5. Jänner kam der Mann in Klagenfurt-Annabichl erneut mit dem Gesetz in Konflikt. Anrainer hatten ihn wegen Bettelei angezeigt. Das Gespräch mit den Uniformierten war dem Arbeitslosen nur recht: Vielleicht würde man ihm ja jetzt endlich den Raubüberfall glauben.

Doch das sollte schließlich erst viel später der Fall sein - nachdem sich die Polizei erneut erkundigt hatte. Der 39-Jährige wurde am Donnerstag nach Graz überstellt und befindet sich nun in Haft.

von Manfred Niederl, "Steirerkrone"

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